#34: Das Riechen und das Gehirn: Wie und warum lösen Gerüche Emotionen und Erinnerungen aus?
Shownotes
Immer der Nase nach - das Riechen ist Thema in der neuen Folge. Die Nase als Sinnesorgan hilft dem Menschen Situationen und Sachen einzuschätzen. Warum lösen Gerüche Emotionen und Erinnerungen aus, warum können wir manche Menschen gut riechen und manche weniger gut und wie können wir das Wissen zum Thema Riechen für uns nutzen? Darüber sprechen Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia und Moderatorin Katrin Wachauer in der neuen Podcast-Folge "Gehirn einfach erklärt".
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00:00:00: Gehirn einfacher Klairs. Der Podcast für alle mit Köpfchen.
00:00:05: Herzlich willkommen. Schön, dass ihr mit dabei seid. Mein Name ist Katrin Wachauer.
00:00:10: Ich bin Moderatorin und mein Name ist Manuela Macedania. Ich bin Neurowissenschaftlerin.
00:00:15: Da bist du die Inseiderin, was die Neurowissenschaften angeht. Ich bin die
00:00:18: Outseiderin und wir sprechen heute über das Riechen. Es ist jetzt auch wieder die
00:00:24: Zeit der Gerüche Weihnachten, die Kekse, der Tannenbaum, die Kerzen, die Weihnachtstüfte,
00:00:32: ein Spaziergang auf dem Grießkindlmarkt oder wie auch generell so die Natur riechen.
00:00:37: Es ist eine Geruchsexplosion. Wie funktioniert das Riechen? Einfachst erklärt.
00:00:43: Einfachst erklärt. Riechen ist schon ein sehr komplexer Vorgang, aber vielleicht fangen wir
00:00:50: klein an. Also ein Duft. Im Gegensatz zum Beispiel zu dem, was wir hören und dem, was wir sehen.
00:00:59: Ein Duft besteht aus kleinen Molekülen, Kugeln, die diesen Duft transportieren.
00:01:08: Der Geruch kann fliegen. Das heißt, man muss nicht in unmittelbare Nähe sein, um den Geruch
00:01:15: wahrzunehmen, weil der so verpackt ist in diesen Kugeln. Und diese Geruchsmolekülen, wenn sie in die
00:01:23: Nase kommen, die fliegen so mit der Luft mit, die treffen, also sie docken an praktisch in der
00:01:30: Nasenschleimhaut an die sogenannten Richtzellen. Und da haben wir circa 400 sogenannte Rezeptoren.
00:01:39: Das sind so die verschiedenen Rezeptoren. Das sind jene Stellen, wo eben diese Dufte
00:01:48: wahrgenommen werden. Und interessant ist, dass diese Richtzellen direkt mit dem Gehirn verbunden sind.
00:01:56: Im Gegensatz zum Beispiel zu den Zellen, die hören, denen die sehen. Da gibt es nicht die direkte
00:02:03: Verbindung, sondern es gibt ein paar Schaltstellen. Aber der Geruch geht sofort ins Gehirn. Und zwar
00:02:10: geht zuerst über den Richtkolben. Der Richtkolben ist so eine biernenförmige, ganz kleine Struktur
00:02:19: hinter den Augenhöhlen. Und da ist eine erste Verarbeitung der Geruchsmolekülen, also die
00:02:27: sind da drinnen schon als elektrische Impuls vorhanden. Da werden sie auch sortiert, gefiltert
00:02:34: und gewisse Signale werden verstärkt und andere werden unterdrückt, weil eine Geruchsmoleküle
00:02:42: ist nicht nur ein Geruch, sondern ist ein Paket, der so mitgeht. Und also zuerst kommt eben dieser
00:02:49: Richtkolben, dann geht es weiter ins Gehirn hinein. Da geht es an das primäre Richtzentrum und da
00:02:59: werden diese Gerüche nach Mustern sozusagen sortiert, weil im Laufe der Kindheit beschnuppern
00:03:07: wir alles und wir sind immer bemüht, dass wenn wir etwas Neues kennenlernen, dass wir es sofort
00:03:12: zur Nase führen und am meisten stecken wir das in den Mund. Das ist eben ein Lernprozess, der
00:03:20: evolutionär bedingt ist, damit wir sofort das Gute vom schlechten unterscheiden, weil wir haben
00:03:27: das einfach in unserem genetischen Programm, dass wir gewisse Gerüche nicht mögen, weil sie zum
00:03:33: Beispiel mit verdorbenen oder giftigen Essen, also mit verdorbenen und giftigen Lebensmitteln zu
00:03:40: tun haben können. Deswegen wird es sofort verarbeitet und auch dieser Geruch wird bewusst
00:03:46: wahrgenommen. Und da passiert was Interessantes, das wird nämlich mit dem Gedächtnis verknüpft.
00:03:53: Also in diesem primären Richtzentrum gibt es ganz viele Verbindungen, die zum Hippokampus gehen,
00:04:01: also sieht es, das Kurzeitgedächtnis ist, aber auch zur Rinde und und da sucht man nach ähnlichen
00:04:08: Mustern. Das heißt also nehmen wir an, machen wir ein Beispiel, meine Oma hat gekocht auf einem,
00:04:18: also sie hat auf einem Holzofen gekocht und wenn man zu ihr reingegangen ist, hat es immer nach
00:04:24: diesem Holzofen gerochen, weil sie hat alle zwei Tage ein Polenta gemacht und das war für sie das
00:04:31: Hauptnahrungsmittel, also sie ist aus der Region Venezien gewesen und die Venezier essen sehr
00:04:38: wenig Brot in dem Sinne und kaum Nudeln. Das Hauptnahrungsmittel dieser Generationen, wo es
00:04:47: noch nicht die Supermärkte von heute gegeben hat, war eben Polenta. Also wenn ich zu ihr reingegangen
00:04:53: bin, bei der Tür habe ich schon gewusst wie es riecht und manchmal wenn ich jetzt so im Winter
00:04:59: durch Orte gehe, wo vielleicht ein Kaminofen brennt, dann rieche ich das und da fällt mir die Oma ein.
00:05:07: Weil eben jeder Geruch auch sehr stark mit dem Gedächtnis zu tun hat aufgrund dieser Verbindung.
00:05:15: Und dann geht es weiter, diese Verarbeitung, ich habe vorhin gesagt, das ist komplex, ich hoffe,
00:05:22: ich navigiere unsere Höhren und Höhren durch, dass man diese Aspekte kennenlernt. Also nicht nur,
00:05:31: dass das mit dem Gedächtnis in Verbindung gebracht wird, also diese Geruchswahrnehmung,
00:05:37: sondern sie wird auch bewertet. In der Bewertungsregion, wo wir alles mögliche bewerten,
00:05:45: bewerten wir auch Gerüche, ob es positiv ist oder negativ. Also dieser Geruch nach Brennholz ist
00:05:55: für mich wird bewertet als positiv. Ich gehe durch ein Ort, wo eben im Winter mit Kamin
00:06:02: geheizt wird. Für mich ist es positiv, als erinnert mich an meine Oma, an diese Küche,
00:06:08: an das Polentaessen. Und deswegen werden auch Emotionen ausgelöst. Richtig, ganz genau. Und dann
00:06:14: wird es bewertet und gleichzeitig dazu werden auch die Mandelkerne aktiv, so dass wir diese
00:06:21: Bewertung auch emotional färben können. Gerüche lösen total viele Emotionen aus. Ich denke,
00:06:27: zum Beispiel an den Kaffee in der Früh, der mich irgendwie wach und munter und fit macht,
00:06:33: oder an süßes Kaiserschmarr, zum Beispiel in der Skihütte, brah, beste Geruch überhaupt,
00:06:37: löst irgendwie Heißhunger aus. Und auch Menschen und ihre Gerüche lösen ja auch
00:06:43: irgendwie Emotionen aus. Man kann jemanden riechen oder man kann jemanden weniger riechen.
00:06:49: Richtig. Also zuerst mal vielleicht warum das mit Emotionen verbunden ist. Wir müssen jeden
00:06:58: Geruch für uns als positiv oder negativ bewerten. Und da ist mal eben keine Grauzone. Entweder
00:07:05: finde ich diesen Geruch gut oder ich finde ihn nicht gut. Dass man sagt, ja, ist nicht so gut,
00:07:12: ist vielleicht sprachlich, notwendig, um nicht vielleicht sozial unangepasst zu agieren. Aber
00:07:20: in unserem Kopf ist immer ja oder nein zu einem Geruch. Es gibt nicht, ja es riecht ungefähr
00:07:28: gut oder es riecht ungefähr schlecht. Es riecht entweder gut oder schlecht. Und wir können auch
00:07:34: immer sagen, warum nicht. Also wenn ich habe zum Beispiel einmal, habe ich diese gebackenen
00:07:42: Hollunderblüten gegessen in der Studienzeit und ich habe sie einmal so gut geschmeckt,
00:07:48: diese frittierten, also im Backdeig und frittiert. Ja, frittiert ist alles gut. Genau. Und dann habe ich
00:07:54: eigentlich zu viel erwischt, dass es man danach so schlecht geworden ist. Und viele, viele, viele
00:08:01: Jahre, dieser Geruch vom Hollunder hat mich so sick gemacht. Allein das riechen, also essen
00:08:07: ist nie mehr können, aber allein das riechen. Das heißt, es ist ganz wichtig, dass wir egal
00:08:13: welchen Geruch so speichern, dass wir wissen, es hat uns gut getan oder nicht gut getan. Eine
00:08:19: Speise, die verdorben ist, die dürfen wir nur ein einziges Mal essen, zum Beispiel überlegen
00:08:25: mal, wie eine geronnene Milch riecht. Genau, die willst du gar nicht riechen. Also wenn du weißt,
00:08:32: es ist abgelaufen, da verzichtest wahrscheinlich freiwillig, dass du die Nase reinsteckst. Ja,
00:08:38: weil du weißt, es ist verdorben, es ist für dich nicht gut, du hast vielleicht das schon mal auch
00:08:42: gekostet und dieses säuerliche und schlatzige oder sowas. Ja, du weißt, es kann dir vielleicht
00:08:52: schaden, deine Gesundheit schaden. Und deswegen ist der Geruch der erste Instinkt sozusagen zur
00:08:57: Wahrnehmung von Situationen, die uns vielleicht sogar schaden können. Ja und oft ist mit Gerüchen
00:09:05: auch eine positive Erinnerung verbunden, weil wir Geruch immer haben. Egal was wir machen,
00:09:15: es ist immer da. Und wenn ich jetzt eine Situation erlebe, wo der Geruch da ist und die Situation
00:09:21: ist positiv, dann verknüpft mein Gehirn positive Situation mit diesem Geruch. Du sagst jetzt,
00:09:29: Kaiserschmarrn kann gar nicht negativ sein, oder? Ja, genau, du hast beim Abrischie
00:09:38: das Lustige gehabt, es war schön, es hat dir geschmeckt, jetzt kommst du rein und dann tut
00:09:44: sich in deinem Gehirn dieses große Netzwerk auf, also das wird reaktiviert, wo eben dieser Geruch zu
00:09:51: positiven Erlebnisse geführt hat. Kann es sein, dass ich jetzt Abrischie, Gaudi, Lustig,
00:09:56: Tra-la-la-la Kaiserschmarrn, aber beim Kaiserschmarrn oder beim Alkohol hat es was und mir geht es dann
00:10:02: nicht gut und dann rieche ich wieder den Kaiserschmarrn, dann ist das ein negatives Gefühl,
00:10:06: also negative Emotionen. Ich glaube, dass dein Gehirn das genau unterscheidet. Also wenn du,
00:10:13: wenn es dir beim Kaiserschmarrn trotz Alkohol noch nie schlecht geworden ist,
00:10:19: hat sich dein Gehirn einfach zum Kaiserschmarrn das Positive gemerkt, dass süß ist, dass warm ist,
00:10:25: dass du das hungrig gegessen hast und nachher ist dir gut gegangen, dass gemütlich ist und so.
00:10:33: Wenn du natürlich zu viel Alkohol getrunken hast und danach den Kaiserschmarrn gegeben hast,
00:10:39: oder Kaiserschmarrn, ja in dem Fall kann es schon sein, dass sich das so einbrennt, dass du
00:10:45: vielleicht, dass die Eier kaputt waren oder irgendwas, dass du danach krank geworden bist,
00:10:51: dass diese Erinnerung sich so einarbeitet in dein Gehirn, dass du für diese Speise eigentlich
00:11:00: nichts mehr übrig hast. Es ist ja so, dass du gesagt gerücher "Ja" oder "Nein", da gibt es
00:11:05: kein "eh ja ja" oder kein "eh ja nein". Ist es bei Parfois eigentlich das Gleiche? Ich habe
00:11:11: öfter ein bisschen zu viel Parfois oben in der Morning schon und mein liebster Arbeitskollege
00:11:16: sagt mir dann das auch. Ist es vielleicht auch ein Geruch mit dem eher negative Erinnerungen
00:11:21: verbindet? Es muss nicht negativ sein, aber es kann sein, dass es für ihn nicht wirklich positiv
00:11:27: ist. Also sagen wir so, jeder Mensch hat an sich einen Geruch, denn nehmen wir heutzutage gar nicht
00:11:35: mehr so wahr, weil unsere Nase sich rückgebildet hat. Zum Beispiel im Vergleich zur Nase von Tieren,
00:11:42: der Hund erkennt an jeder Ecke, wer vor ihm an der Ecke gewesen ist und scharft an oder zeigt
00:11:50: so aggressives Verhalten. Der Hund erkennt die anderen Hunde ganz genau, er weiß,
00:11:58: ob sie Freunde oder Feinde sind und bei uns ist diese Fähigkeit, also das Erkennens des
00:12:04: menschlichen Geruches ohne Parfois hat sich schon zurückgebildet, weil wir uns viel zu viel waschen.
00:12:12: Also keiner von uns hat noch den ursprünglichen Körpergeruch, weil wir permanent alles mögliche
00:12:24: kommt drauf. Genau.
00:12:26: Also, wir haben nicht mehr den eigenen Geruch. Was wir dann drauf tun, sind so Gerücher,
00:12:34: die industriell erzeugt werden. Und die, es gibt Vorlieben für die eine oder die andere
00:12:40: Duftkomposition. Und wenn dein Kollege sagt, ja, also zu viel des Guten, zu viel des Guten,
00:12:48: kann sein, dass seine Nase für diese Duftkomposition nicht sehr viel überhat. Und wenn du weniger
00:12:54: hättest, wäre es okay, er würde es besser ertragen, als dass er jetzt zu viel immer riechen muss.
00:13:03: Das heißt, wir verdecken unseren Körpergeruch mit verschiedensten Produkten. Viele Unternehmen
00:13:08: setzen ja mittlerweile auch schon auf Parfois, auf Dufte, Hotels zum Beispiel, die haben oft
00:13:12: ganz einen eigenen Geruch. Oder auch Modest shops, Marketingexperten, verführende quasi
00:13:18: mit Düften und wecken damit dir dann auch wieder Gefühle Duftmarketing, um die Kunden,
00:13:24: die einen Kunden an die Marke zu binden. Weil der Geruch zum Beispiel jetzt schöne Erinnerungen
00:13:29: ans Hotel weckt, kann man das so sagen? Ja, das kann man natürlich so sagen. Also es gibt dieses
00:13:35: Duftmarketing, das dürfte eine sehr effektive Marketingstrategie sein. Funktioniert auf der
00:13:47: Basis der Emotionen. Zum Beispiel der Vanillegeruch. Vanillegeruch ist sehr, sehr häufig vorhanden.
00:13:55: Und auch wenn man schaut in den Geschäften, welche Kerzen am meisten verkauft werden,
00:13:59: das sind meistens die Vanillegerzen. Ganz interessant. Ich hab ganz viele daheim. Ja, genau. Ich auch.
00:14:04: Und diese Gerüche wirken sich sofort, also arbeiten sich sofort ein, also sie nehmen sofort
00:14:14: den Weg zu den Emotionen und lösen auch emotionale Reaktionen. Das heißt also ich komme rein in
00:14:23: ein Geschäft, wo es nach Vanille duftet. Mein Gehirn funktioniert schon so, dass ich auch geprägt
00:14:29: bin vom Vanillegeruch, weil Vanille ist auch das Aroma, das in den Süssspeisen enthalten ist,
00:14:35: auch sogar im Milchpulver, also im Babymilchpulver. Dann tun sie auch, das tun sie aromatisieren. Das
00:14:43: heißt wir sind schon sehr stark geprägt, dass Vanille ein guter Geruch, ein positiver Geruch ist.
00:14:49: Manchmal ist man ein bisschen enttäuscht, wenn man eine echte Vanilleschote kauft zum Backen,
00:14:54: zum Beispiel zum Keksebacken, dass die riecht zwar stark und die riecht zwar gut, aber es ist nicht
00:15:00: dieser Vanillegeruch, den wir von rundherum kennen. Der andere ist synthetisch, aber auf den sind wir
00:15:08: mehr geprägt. Also die Emotion ist positiv und verknüpft natürlich, also wenn ich zum Beispiel
00:15:18: ein Hotelraum mit Vanille performiere, dann verknüpft sich das an Süssspeisen, an was
00:15:28: Positives, was mir gut tut, an Ernährung etc. Und das hat natürlich auch eine, sagen wir so,
00:15:34: unter Anführungszeichen, unterbewusster Wirkung. Also ich will jetzt nicht von unterbewusster
00:15:39: entsprechen, weil das ist nicht eine Kategorie der Neure Wissenschaft, aber es lässt uns womöglich
00:15:45: gerne dort verweilen. Wir gehen gerne da rein und wir sind gerne in der Loppe. Dann kommen wir
00:15:52: aus Zimmer und vielleicht im Zimmer riecht man noch die Schuhe vom Vorgänger, dann reißen wir gleich
00:15:58: das Fenster auf, weil das ist ein Geruch, den wir nicht gewohnt sind, wahrzunehmen und wenn zum
00:16:04: Beispiel so wie in diesen Hotels in den USA, also im 45. Stock geht das Fenster sicher nicht mehr
00:16:11: auf, dann muss man mit dieser Klimaanlage leben und manchmal sitzen gewisse Gerüche ziemlich
00:16:17: fest. Obwohl die Loppe barfümmiert ist, kann das Zimmer wahrscheinlich unangenehm werden und man
00:16:24: kann eben nicht lüften, weil wir mit diesem Schuhegeruch eigentlich gar nichts positives
00:16:31: anfangen können. Ja auch ganz viele Shops setzen zum Beispiel drauf, auch Luxusleden,
00:16:38: zum Beispiel, du gehst doch rein und hast dann duft in der Nase an, denkst du, ah ja, genau,
00:16:42: irgendwie so. Ja, kenne ich. Ja, wenn ich jetzt um die Wirkung der Düfte bescheid weiß, kann ich
00:16:50: die ja eigentlich auch für mich einsetzen, jetzt zum Beispiel auch beim Arbeiten oder beim Lernen.
00:16:53: Immer wenn ich jetzt sage, so um 9 Uhr muss ich arbeiten oder eben was lernen, könnte ich ja immer
00:17:00: den gleichen Duft versprühen und mein Hirn quasi weiß, so es ist Zeit zum Wirklingen. Funktioniert das?
00:17:07: Ja, daran habe ich noch nie gedacht, aber ja, also es gibt auch diese Aromatherapie, es gibt
00:17:16: auch Forschung dazu, also ich wollte jetzt nicht zu viel reinbringen, aber auf jeden Fall, die
00:17:22: Düfte sind schon, also werden schon kategorisiert, zum Beispiel Vanille, wird sich, wirkt sich als
00:17:29: Vertrauenserweckend, wohlgefühlvermittelnd, beruhigend aus. Citrus-Düfte, es gibt ein paar,
00:17:38: aktivieren und steigern die Aufmerksamkeit. Citrus-Fuch zum Beispiel,
00:17:46: zum Arbeiten. Genau, richtig. Aber das hat meine Kollegin wirklich erzählt,
00:17:50: ich habe gesagt bei ihrem Buben, der ist in der Volksschule, sie hat also ein enterisches Öl,
00:17:56: das sie immer aufs Handgelenk schmiert, immer dann, wenn er Hausübung machen muss.
00:17:59: Okay, ja, aber das ist eher eine Konditionierung. Ja, auch gut, oder?
00:18:05: Naja, es kann sein, dass das ein Ritual ist zwischen Mama und Kind und es ist natürlich
00:18:11: ein angenehmer Duft, vermute ich, und das Kind riecht das gerne und dann weiß das Kind,
00:18:17: jetzt ist Zeit, die Hausaufgaben zu machen und das ist schon was Angenehmes da.
00:18:22: Und eine gute Strategie von der Mama. Und eine gute Strategie, ja, ganz sicher, ja. Und womöglich
00:18:28: ist auch ein gutes etärisches Öl, ist wahrscheinlich sogar gut für, ich weiß nicht, also zum Beispiel
00:18:34: der Wendelöl ist entspannend, ist stressreduzierend, also kann sein, dass das eine hervorragende
00:18:43: Strategie ist. Aber es ist eine Strategie, ja, es heißt nicht wirklich, dass, also man müsste
00:18:49: das prüfen, ob das Kind, wenn es gar keinen Duft bekommt, ob das Kind auch nicht in der Lage ist,
00:18:59: doch die Aufgaben gleich gut zu machen. Aber sagen wir so, es hat einen Placeboeffekt,
00:19:05: das hat es wahrscheinlich, sozusagen mildert die Anstrengung oder die Mama hat eine Zuwendung
00:19:14: für das Kind, ja, Kinder brauchen eben Zuwendung, wenn man sagt, zum Beispiel meine Mutter,
00:19:18: die hat mir immer, ich habe so Phasen gehabt in der Schule, wo ich ein bisschen dauernd
00:19:22: war, und sie hat mir immer Phosphor am Pullen von der Apotheke geholt. In der Meinung, das
00:19:29: stärkt mein Gehirn, das glaube ich nicht. Ich glaube, das war einfach nur so Placeboeffekt.
00:19:34: Ja. Und bei jedem Mittagessen hat sie mir eine aufgebrochen, ja, diese Glasampolen ins
00:19:43: Glas, geht da, ich weiß noch, das hat keinen guten Geruch gehabt, und es war so bräunlich,
00:19:49: und sie hat gesagt, trinkt das, weil das macht dich stark, und dann wirst du alles lernen,
00:19:54: keine Schwierigkeiten, das war 100-prozentig Placebo. Ich überlege gerade, was mein Geruch
00:20:00: der Kindheit irgendwie ist. Das waren vielleicht diese Müsles, diese Zuckermüsles, die hat
00:20:05: die Mama früher immer gekauft, jetzt so sehr ehe ich sie nicht leid, weil man damals irgendwie
00:20:09: nicht so gewusst hat, dass so viel Zucker drinnen ist, so diese Frosties und Fruit Loops,
00:20:14: Cinniminis, aber das sind irgendwie so meine Gerüche der Kindheit, an die ich mich erinnere.
00:20:20: Ja, wäre interessant, woran unsere Hörerinnen und Hörer quasi denken, wenn sie jetzt ans
00:20:25: Riechen denken, an eure Erfahrungen quasi mit dem Geruch. Würde uns sehr freuen, wenn
00:20:30: ihr uns quasi einfach schreibt auf Instagram und eure Erfahrungen mit dem Geruch mit uns
00:20:36: teilt. Generell Riechen und der Geruchssinn, der Geruchssinn ist ja irgendwie auch so ein
00:20:42: Indikator für die Gesundheit, wir kennen das von Corona, dass da bei vielen der Geruchssinn
00:20:48: auch der Geschmackssinn, aber vor allem auch der Geruchssinn dann einfach weg war. Ja,
00:20:53: wenn das Riechen jetzt nicht mehr so funktioniert, wie wir es gewohnt sind, Manuela, was kann
00:20:57: dahinter stecken?
00:20:58: Naja, du hast es gerade gesagt, dass man nicht mehr gut riechen kann, das kann mit einer
00:21:05: akuten Erkrankung zu tun haben, die neurologisch sich auswirkt. Das heißt also, es kann sein,
00:21:14: dass die Entzündung, die diese Krankheit auslöst, auch die Geruchszentren in der
00:21:21: einer oder anderen Form stört oder beeinträchtigt. Und bei Corona haben wir gesehen, dass ein
00:21:29: plötzlicher Geruchsverlust gekommen ist, also ich habe es selbst erlebt. Ich habe eine
00:21:35: Zitrone gerieben und ich denke mal an diese Zitrone, wenn sie ewig im Kühlschrank sind,
00:21:41: haben sie überhaupt keinen Geruch mehr. Und ich reibe und reibe und es kommt überhaupt
00:21:46: nichts. Denke man, na so ein Klumpert, das kaufe ich nicht mehr in dem Geschäft. Es
00:21:50: waren Biozitrone und dann denke ich mir, aha, nicht, dass es an mir liegt, weil dann
00:21:56: hast du Corona-Tests gemacht.
00:21:58: Nein, bei mir war es schon längst vorbei, Corona. Also ich habe überhaupt keine Symptome
00:22:02: mehr gehabt. Das war nachher. Und dann bin ich zu ein paar Fremdflaschen gegangen und
00:22:07: habe geschnuppert und auch da NUL. So ein Klumpert kaufe ich nicht mehr. Genau, genau. Und es
00:22:15: ist so, zum Glück ist alles wieder gekommen bei mir, auch geschmacksmäßig, habe ich da
00:22:20: auch nie ein Problem gehabt, aber es ist eine neurologische Störung. Aufgrund dieses Erregers
00:22:25: und wie er sich auswirkt. Aber das kennen wir auch von der Grippe zum Beispiel. Mir schmeckt
00:22:30: nichts. Ich mag nichts essen, weil mir nichts schmeckt. Das kennt man auch. Ja, man hat
00:22:36: auch keine Lust drauf und es schmeckt eh. Genau. Also zum Beispiel, wenn die Schleimhaut
00:22:40: in der Nase entzündet ist, riecht man auch schlecht. Aber es ist trotzdem der Indikator,
00:22:48: also wenn man jetzt nicht diese Erkrankungen hat, die akut sein können und man hat einfach
00:22:55: Auto auf der Blu, wie man auf Englisch sagt, also ohne vordergründigen Grund. Wenn man
00:23:01: eben, wenn man das Gefühl hat, man riecht nicht gut oder wenn die anderen sagen, uns
00:23:07: sagen, riechst du es nicht und du sagst, nein. Ja, oder wenn die andere unsere Körpergerüche
00:23:13: riechen und wir nicht. Ja, dann kann es sein, also dass zum Beispiel Parkinson in einem
00:23:20: Frühstadium ist. Das ist ein Indikator zum Beispiel für Parkinson, aber auch Alzheimer,
00:23:27: Multiplesklerose und was man auch dazu sagen muss, also jetzt will ich niemanden warnen
00:23:35: oder erschrecken, weil es kann auch sein, dass jemand, der uns zuhört, vielleicht das
00:23:41: hat, ja, kurzfristig. Also es kann aber auch von Depressionen kommen. Ganz interessant.
00:23:47: Also man hat eine veränderte Geruchswahrnehmung bei gewissen Depressionen und eine reduzierte
00:23:53: Geruchsempfindlichkeit. Und auch die Bewertung zu den Gerüchen wird verändert, weil die
00:24:00: Bewertung auch mit diesen Botenstoffen zu tun hat, mit Serotonin, mit Dopamin und dadurch,
00:24:06: dass die sozusagen das Gleichgewicht dieser Botenstoffe verändert ist, kann es sein,
00:24:13: dass dann unsere Wahrnehmung eine andere ist. Und dann gibt es aber natürlich auch jede
00:24:19: Menge chronische Erkrankungen, bei denen der Geruchssinn im Mitleidenschaft gezogen
00:24:25: wird, zum Beispiel Diabetes oder Schilddrösenerkrankungen und so weiter.
00:24:30: Also die Nase ist wirklich ein Indikator für eure Gesundheit quasi, der Nase nach nach.
00:24:36: Das war unsere Folge zum Thema Riechen, zum guten Riechen. Wir hoffen auf gute Bewertungen
00:24:41: für diese Podcastfolge.
00:24:43: Wir freuen uns.
00:24:44: Wir freuen uns. Und ja, gerne auch teilen und wir sagen, danke fürs Zuhören.
00:24:50: Danke fürs Zuhören.
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