#38: Psychopathen des Alltags: toxische Beziehungen und Vorgänge im Gehirn
Shownotes
Die „Psychopathen des Alltags“ können Beziehungen toxisch werden lassen. Aus charmant zu Beginn wird oft manipulativ und gefährlich. Empathie und ein Gemeinschaftsgefühl kommen zu kurz und sie haben Schwierigkeiten, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen. Im Gehirn von „Psychopathen des Alltags“ sind Unterschiede in bestimmten Bereichen festgestellt, die mit Emotionen und moralischem Verhalten zusammenhängen.
Welche Vorgänge im Gehirn führen zu einem solchen Verhalten und wie erkennt und distanziert man sich von toxischen Beziehungen? – Darüber sprechen Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia und Moderatorin Katrin Wachauer.
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00:00:00: Gehirn einfacher Klärz. Der Podcast für alle mit Köpfchen.
00:00:05: Herzlich willkommen. Schön, dass ihr mit dabei seid. Mein Name ist Katrin Wachauer.
00:00:10: Ich bin Moderatorin und mein Name ist Manuela Macedonia. Ich bin
00:00:13: Podcasterin, Neuowissenschaftlerin, Buchautorin,
00:00:18: Speakerin, Sportlerin, Kifarrerin, Gärtnerin, Kökn, Ski-Tourngierin,
00:00:25: Kirchen. Genau. Ja, aber du auch. Du gehst auch mit mir manchmal, Ski-Tourngierin.
00:00:29: Wann war die letzte Ski-Tour? Ist schon wieder einige Jahre her, unserer
00:00:34: Gemeinsam. Die Gemeinsam, wo du deine Nahtoderfahrung gemacht hast.
00:00:37: Genau so. Zell am See, erkst du Schneestourm?
00:00:42: Mauerkogel. Kein Mensch war unterwegs. Also wir beide.
00:00:46: Dann war Tiefschnee, dann war überhaupt kein Schnee, dann wieder Tiefschnee,
00:00:50: Schneesturm, Kreuz war es. Und fast dunkel. Und das waren wie viele Höhenmitte
00:00:56: waren das? Ja, viele. Wirklich viele. Ja, von Ski-Tourngierin zurück zu unserem
00:01:04: Podcast, ich habe hier ein einfacher Klär. Wir wollen dort anknüpfen, wo wir beim
00:01:09: letzten Mal aufgehört haben. Wir haben über Kooperationen gesprochen. Die
00:01:13: Mechanismen, die Kooperationen ausmachen, das ist einerseits die Empathie, quasi das
00:01:18: Hineinfühlen, den anderen das Mitgefühl. Und der zweite Mechanismus ist die
00:01:23: Theory of Minds. Also ich weiß, was du weißt, bzw. was du denkst. Du hast alles gemerkt.
00:01:28: Ja natürlich. Du röst mir zu, wenn ich spreche. Ja und speichere alles ab.
00:01:33: Die neuen Netzwerke meinem Gehirn. Früher, der spät, wirst mich ersetzen.
00:01:39: Du musst alleine im Podcast. Was sagst du dazu? Ja, finde ich gut. Nein, Spaß. Nein, ich
00:01:44: werde dich nicht ersetzen. Also diese zwei Mechanismen, Bildenkooperationen, sind beide
00:01:51: Faktoren gegeben. Beiderseitig quasi entstehen erfolgreiche Kooperationen.
00:01:56: Sind diese Mechanismen nicht gegeben, dann kann es zu Konflikten kommen. Das ist
00:02:01: heute unser Thema. Konflikte in Unternehmen. Im Sozialfüge, sagen wir. Genau. In Unternehmen.
00:02:08: Im Freundeskreis, in der Familie. Zu Konflikten kann es immer kommen.
00:02:13: Ja natürlich. Gerade in Beziehungen kommt es zu Konflikten. Und wir wollen da quasi
00:02:19: ein bisschen über die schwarzen Schafe sprechen. Die heißen Psychopathen des
00:02:26: Alltags. Sind das diejenigen, die nicht kooperieren können? Ja, also sagen wir so.
00:02:33: Man kann nicht jeden Menschen, der nicht kooperiert, als Psychopath des Alltags
00:02:41: abstempeln. Das wollen wir einfach so hinstellen. Aber es gibt schon diese
00:02:49: Menschen, die man auch erkennen kann an ihrem Verhalten. Also wenn eine Kooperation
00:02:56: nicht funktioniert. Eine Kooperation ist auch zwischen Mann und Frau. Dass man
00:03:00: sich abspricht, dass man gewisse Aufgaben übernimmt. Dass der Partner die
00:03:06: Partnerin versteht, was in uns los ist, wie wir fühlen. Und was wir denken, wenn die
00:03:13: Person etwas sagt oder nichts sagt. Also das ist auch Kooperation. Und wenn wir
00:03:20: jetzt vom Psychopathen sprechen, dann kann man sie identifizieren auch, weil
00:03:27: sie gewisse Merkmale aufweisen. Und zwar sie sind gefühlskalt, sie manipulieren.
00:03:38: Das heißt, sie haben etwas vor mit dir und dann tun sie dich so lang umgarnen,
00:03:43: bis du das machst, was sie wollen. Und manchmal macht man Dinge, die man
00:03:47: eigentlich nicht möchte. Aber man denkt sich auch um den Friedenswillen. Und ja,
00:03:54: dann erkennt man bei diesen Personen auch oft den Spaß am dominieren. Also ich sage
00:04:01: es und du machst es so aus. Das heißt sie fühlen nicht, wie es in uns vorgeht und
00:04:08: sie wissen auch nicht wirklich, was wir denken, sondern ihnen ist nur wichtig,
00:04:12: dass sie ihre Dominanz ausüben und ihre Kontrolle über uns haben. Dann etwas,
00:04:20: was man auch gut erkennt, ist, dass sie andere Menschen demütigen. Also zum
00:04:26: Beispiel offen demütigen, also Korrapublik oder etwas sagen, wo die andere
00:04:31: Person nicht antworten kann, sondern nur einstecken muss. Und sie haben es
00:04:38: gerne. Das heißt sie machen es oft auch ohne einen guten Grund, sondern weil es
00:04:44: ihnen einfach gefällt. Also andere zu demütigen. Sie genießen auch, wenn die
00:04:50: anderen Angst haben. Diese unterlegene Position der Angst. Ich drohe dir
00:04:56: etwas an und zum Beispiel, dass ich dich kündige und dann brichst den Tränen aus,
00:05:03: weil was für dich wichtig ist, diesen Job auszuüben oder weil du eine
00:05:08: Familie zu ernähren hast, drei Kinder und so weiter. Und du hast richtig Angst.
00:05:13: Und uns ihnen gefällt es, dass die anderen unterlegen sind, Angst haben. Und
00:05:19: selbst aber interessanterweise sind sie unheimlich frech gegenüber ihren
00:05:25: Vorgesetzten, haben keine Angst vor der Oberigkeit, auch von der Kontrolle und
00:05:30: oft begeben sie sich auch in Gefielte, die eigentlich oft nicht einmal wirklich
00:05:35: gesetzlich gedeckt sind. Das heißt, also sie jonglieren im Graubereich, weil sie
00:05:41: glauben für sie, ist alles erlaubt. Jetzt heißen die Psychopathen des
00:05:48: Alltags. Wie oft oder wie viele Psychopathen des Alltags gibt es
00:05:54: eigentlich, kann man das sagen, wie viele Prozent der Menschheit in diese Richtung
00:05:58: gehen? Ich habe einmal einen Artikel gelesen von Zeit, also die Zeit und der
00:06:06: Titel war auffällig viele Psychopathen werden schäf. Und es gibt natürlich Zahlen,
00:06:16: aber ich glaube nicht, dass man diese Zahlen verlässlich ansehen kann.
00:06:24: Auf jeden Fall, als verlässlich ansehen kann, auf jeden Fall ist es klar, dass
00:06:29: zum Beispiel in gewissen Bereichen, zum Beispiel Management oder Politik einige
00:06:36: Psychopathen des Alltags sind, denn sie haben auch noch eine Eigenschaft. Sie
00:06:42: sind Schillernd, sie sind Persönlichkeiten, die sich gut in
00:06:46: Szene setzen können. Manche zum Beispiel sind auch Hochstabler, die erzählen,
00:06:51: dass sie auch, auch, die erzählen auch Unwahrheiten, damit sie so schnell
00:06:57: rauf kommen und, und dass sie dann eben ihre Dominanz ausüben können. Sie glauben,
00:07:04: es wird auch nie entdeckt werden, dass sie keine drei Studien abgeschlossen
00:07:08: haben oder dass zum Beispiel ein Plagiat, ihre Doktorarbeit ein Plagiat war.
00:07:13: Das heißt, also sie sind und so unterwegs oftmals auch am Rande des
00:07:21: gesetzlich üblichen. Aber es ist für sie eine gute Möglichkeit, sozusagen
00:07:28: ihre Instinkte auszuleben. Und sie sind auch, sie können die anderen gut
00:07:33: täuschen. Also am Anfang zum Beispiel der Karriereleiter kann es sein, dass sie
00:07:39: sehr zuvor kommen sind, dass sie lieb zu den anderen sind, weil sie wissen ja,
00:07:45: sie müssen alle ihre Ressourcen in diesen Werdegang stecken, damit sie
00:07:50: irgendwann einmal die Spitze erreichen. Und wenn sie dann an der Spitze sind,
00:07:53: zeigen sie er wahres Gesicht. So dass die anderen, die unten bleiben in der
00:07:58: hierarchischen Skala, sich denken, wie kann das sein? Er war doch nett früher oder
00:08:03: sie war nett. Also habe ich nicht erwartet, dass er oder sie sich jetzt so verhält.
00:08:09: Also handeln manipulativ in die Richtung. Richtig. Kann man da eigentlich eine klare
00:08:14: Abgrenzung ziehen zwischen Psychopathen des Alltags und Psychopathen?
00:08:19: Psychopathen sind dann wahrscheinlich nicht in diesem Graubereich tätig?
00:08:24: Also die Psychopathen des Alltags haben eben diese Züge und die zeigen sich auch
00:08:32: im Gehirn in den Experimenten. Also wenn diese Menschen, oft sind auch zum
00:08:38: Beispiel Psychopathen, sind kriminell. Also ihre Psychopathie geht so weit, dass sie
00:08:43: dann tatsächlich gegen das Gesetz verstoßen und dann tatsächlich auch
00:08:48: zur Rechenschaft gezogen werden und im Gefängnis sitzen. Um mit Gefängnis
00:08:52: insassen sind auch schon viele Experimente gemacht worden und zum Beispiel
00:08:57: bei der Empathie, aber auch zum Beispiel bei in der Gefühlsregion, in den
00:09:02: Mandelkernen. Also wenn sie gewisses Beobachten, zum Beispiel im Scanner, beobachten
00:09:08: sie Szenen, wo Empathie gefragt wäre oder Mitgefühl oder so was, zeigt sich ihr
00:09:15: Mandelkern als weniger aktiv. Das heißt, sie fühlen weniger. Und auch
00:09:21: kleiner ist der Mandelkern generell kleiner? Ja, genau. Also es gibt Experimente,
00:09:27: also wo die Volumetrie, also das Volumen des Mandelkernes gemessen worden ist und
00:09:34: es sieht so aus, dass die Mandelkerne auch kleiner sein können bei diesen
00:09:39: Psychopathen. Das heißt also, wenn sie sehen zum Beispiel, dass die Mitarbeiterin
00:09:43: der Mitarbeiter leidet, empfinden sie das gar nicht so. Also die Mandelkerne, das
00:09:49: Sitz der Emotionen, die spielen damit, gibt es sonst noch Gehirnareale, die da einen
00:09:54: Einfluss haben? Gibt es da was, was nicht vorhanden ist beim Menschen, die
00:09:59: wir als Psychopathen des Alltags einstufen können? So kann man es nicht
00:10:05: sagen. Also sagen wir so, diese Netzwerke, zum Beispiel das Netzwerk der Empathie
00:10:11: funktioniert bei diesen Menschen einfach nicht so, dass sie empathisch sind.
00:10:16: Und das motiviert dann ihre Vorgangsweise mit Menschen, die ihnen unterlegen sind.
00:10:23: Also auf jeden Fall gibt es, also möglicherweise denken ein paar Hörerinnen
00:10:31: und Hörer jetzt nach und sie denken sich, ah, vielleicht diese Person ist ein
00:10:35: Psychopath des Alltags oder derjenige, mein Ex-Shafe, mein Ex-Shafe, mein Ex-Partner
00:10:41: gibt es eine Möglichkeit, diese Menschen zu unterscheiden, von Menschen zum Beispiel,
00:10:49: die nicht gefügig sind. Ja, weil es kann sein, dass sich zwei Charaktere nicht
00:10:53: vertragen, die einfach kein Interesse jetzt an einer Kooperation haben oder
00:10:59: es kann sein, dass mich der Kollege, die Kollege ignoriert, weil ich für sie ihn
00:11:04: komplett uninteressant bin, weil sie mir einfach egal ist. Genau, hat andere
00:11:08: Schwerpunkte an der Interessen im Leben, andere Ziele im Leben, vielleicht auch
00:11:12: gerade einfach Sorgen. Genau, richtig. Wie kann man einen Psychopathen des Alltags
00:11:18: unterscheiden von einem Menschen, der eigentlich nur mit uns vielleicht nicht
00:11:21: kooperieren will oder ein Partner, der uns beschlossen hat, uns zu verlassen, weil
00:11:26: er wahrscheinlich nicht so verliebt ist in uns oder sowas. Kann man nie sagen.
00:11:32: Kann man nie wissen. Ja, aber das heißt nicht, dass man jede Person, die mit uns
00:11:36: nicht kooperieren kann oder will, ein Psychopath ist. Ja, also wie kann man sie,
00:11:40: wie kann man sie erkennen? Genau, man kann sie ganz einfach erkennen,
00:11:45: eigentlich. Und zwar in, zum Beispiel, in, sagen wir, Organisationen, ja, es kann ein
00:11:53: Arm sein, es kann ein Verein sein, aber es kann auch ein Unternehmen sein. Also ich sage
00:11:59: jetzt Organisationen im Allgemeinen, wo jeder sozusagen seine Aufgabe hat, zu
00:12:04: erfüllen im Sinne der Organisation. Und in Organisationen erkennt man diese
00:12:11: Menschen, die oft auch eben Führungspositionen haben, indem man sieht,
00:12:17: dass bei Entscheidungen diese Personen lediglich ihre Interessen vertreten und
00:12:25: nicht jene der Organisation. Also egoistisch handeln. Und dann vor uns
00:12:32: zeichnen ja, aber vielleicht ein Beispiel, ich denke jetzt gerade nach, ja, nehmen wir an,
00:12:37: ein Technologieunternehmen hat eine Person, die sehr innovativ ist, sagen wir, eine
00:12:47: Frau, die irgendwie einen neuen Algorithmus zusammengestellt hat, dafür, dass
00:12:55: diese Maschine noch besser arbeitet. Ja, und das ist im Interesse des Unternehmens
00:13:01: eine Supermaschine zu bauen, die konkurrenzfähig ist gegenüber der
00:13:07: chinesischen Maschine, die vielleicht zwei Euro weniger kostet, aber ein
00:13:12: Verschleiß hat oder manchmal Fehler macht. Ja, diese Person, diese Ingenieurin
00:13:18: wäre für das Unternehmen extrem wichtig, weil sie in der Lage ist, ein Produkt
00:13:24: zu gestalten, welches dem Unternehmen eine Vorrangstellung am
00:13:31: internationalen Markt verschafft. Jetzt geht diese Person zu ihrem Chef und
00:13:37: sagt, schau, ich habe die jetzt das und das ausgearbeitet und dadurch können
00:13:42: wir bessere Maschinen bauen. Und was macht der Chef, der gut tickt, der
00:13:48: gut kooperieren kann? Also er unterstützt die Mitarbeiterin, gibt ihr
00:13:54: vielleicht mehr Verantwortung, unterstützt sie, baut sie auf, um im Sinne des
00:14:02: Unternehmens zu agieren. Wenn er aber ein Psychopath ist, kann es sein, dass er
00:14:08: diese Innovation unter den Tisch kehrt, der Person sagt, ja, das werden wir machen,
00:14:15: aber jetzt noch nicht. Jetzt ist diese Person, die sich bemüht hat, innovativ
00:14:20: zu sein, vielleicht ein paar Stunden mehr gearbeitet hat, als notwendig fühlt sich
00:14:24: dieser Person nicht geschätzt, nicht ernst genommen, da beginnt es schon mal
00:14:30: zu knistern. Und dann wird dieser Chef, womöglich oder eine Schäfe, ich will
00:14:37: jetzt nicht Männer und Frauen unterscheiden, wird diese Person gegenüber
00:14:41: der Mitarbeiterin womöglich so vorgehen, dass diese Innovation gar nicht
00:14:47: implementiert wird, weil es sein könnte, dass diese Ingenieurin dieser Person
00:14:53: gefährlich wird. Natürlich auf der Karriereleiter zum Beispiel.
00:15:00: überholt oder sehr viel Aufmerksamkeit bekommt von den, sagen wir so, von den Eigentümern,
00:15:11: vom Unternehmen oder von den Beteiligten an irgendetwas oder im Ausland berühmt wird oder so
00:15:21: was. Die Interessen des Unternehmens der Organisation sind zweitrangig gegenüber seinen eigenen Interessen.
00:15:30: Jetzt hast du gesagt, du willst nicht unterscheiden zwischen Chefs und Schäfinen. Kann man trotzdem
00:15:37: irgendwie sagen, ob es mehr Psychopathinnen oder Psychopathen des Alltags gibt. Das kann ich
00:15:44: nicht sagen. Ich müsste nachschauen, ob irgendetwas in den Datenbanken darüber schon geschrieben
00:15:52: wurde, ob es Experimente gibt. Ich würde sagen, aus eigener Erfahrung bis auf meine jetzige
00:15:58: Schäfin, die ich sehr mag, mit der eine sehr gute Zusammenarbeit stattfindet.
00:16:05: Liebe Grüße an dieser Stelle. Also habe ich einige Frauen als Schäfinen gehabt und sie haben mich nie
00:16:14: unterstützt. In der Wissenschaft ist es sehr, sehr üblich, dass es, sagen wir so, es gibt viele
00:16:22: Menschen, die hinauf kommen in der Wissenschaft, die diese Wesenszüge haben. Leider Gottes. Und ich
00:16:30: habe aber mit Männern auch zusammengearbeitet. Die waren viel, würde sagen, kooperativer. Die
00:16:37: waren kumpelhafter. Die haben mich auch unterstützt. Natürlich immer haben sie auch ihre
00:16:43: eigene Interessen vertreten. Das heißt nicht, dass sie sie aufgeopfert hätten für mich, um mich
00:16:47: wissenschaftlich weiterzubringen. Aber sie haben mich nicht daran gehindert, innovativ zu sein.
00:16:55: Also ich spreche immer aus eigener Erfahrung. Wenn du es als eigener Erfahrung sprichst, wie geht es dir
00:17:01: als Mensch, wenn du mit Psychopathen das Alltags zu tun hast? Also kann man vorstellen, es ist ein
00:17:08: großes Leiden eigentlich. Ja, ich hatte viele Jahre mit solchen Menschen auch zu tun tatsächlich.
00:17:16: Und ich habe wirklich sehr, sehr gelitten, weil ich mich bemüht hätte, um eine sehr gute Leistung.
00:17:23: Also ich hätte mich sehr bemüht, gute Leistung erbringen zu wollen. Und diese Person haben mich
00:17:32: aber nicht in Ruhe arbeiten lassen. Das heißt, sie haben mich nicht ignoriert, sondern sie haben
00:17:37: mich daran gehindert, gute Arbeit zu machen. Und das hat mich sehr viele Ressourcen gekostet,
00:17:43: sehr viel Energie, weil ich trotzdem an meine Arbeit festgehalten habe. Aber es war sehr,
00:17:49: sehr stark. Und es ist auch so, in der Wissenschaft, in der Karriereleiter, sind sehr wenig Plätze an
00:17:57: der Spitze. Jetzt tummeln sich da oben die ganzen Psychopathen. Weil für sie ist es ganz wichtig,
00:18:03: hinaufzukommen, um die anderen zu unterdrücken, um ihre Dominanz auszuüben, um die anderen zu
00:18:10: demütigen etc. Ihnen geht es weniger um die inhaltliche Arbeit. Und mir ist es eigentlich immer
00:18:15: nur um Inhalte gegangen. Ich habe nie eigentlich eine Karriere angestrebt, weil es mir wichtig war,
00:18:23: meinen wissenschaftlichen Fragen nachzugehen, um meine Arbeit besser zu machen, um anderen zu
00:18:29: helfen, ihre Arbeit besser zu machen. Und in der Wissenschaft werden die Arbeitsbedingungen oder
00:18:34: sind geworden von Jahr zu Jahr immer schlechter. Das heißt, weniger Ressourcen, schlechere Arbeitsbedingungen,
00:18:41: weniger Personal vielleicht, gestrichene Stunden in der Lehre, weniger Geld für Anschaffungen.
00:18:48: Das heißt, es wird verlangt mehr Einsatz mit schlechten Mitteln. Und da ist man schon sozusagen
00:18:56: im Gefühl, ist man schon sehr gefragt, dass man mehr leistet mit weniger. Und dann kommen noch
00:19:03: diese Personen, die dir das Leben schwer machen. Also was kann man da machen? Du hast gesagt, was
00:19:12: sollte man machen? Ich glaube, es sind ganz viele Bereichen, so ist es. Immer weniger Mittel,
00:19:18: immer mehr Leistung. Und trotzdem natürlich gibt es Arbeitskollegen, diejenigen, die oben stehen
00:19:23: wollen und glänzen wollen. Was passiert da bei mir, wenn ich mit solchen Menschen zu tun habe,
00:19:29: bei mir im Gehirn? Also es wird ein großes Leid ausgelöst über eben diesen psychosozialen Stress,
00:19:39: den diese Menschen verursachen. Das heißt, du bist immer unter Cortisol, unter Stresshormon,
00:19:45: Cortisol, Dauerstress. Genau, weil selbst wenn du nicht sagst, selbst wenn diese Konflikte nicht
00:19:51: offen ausgetragen werden, bist du nicht einverstanden mit dem, was passiert. Du musst
00:19:58: vielleicht einmal mehr schlucken, als notwendig wäre, damit du sozusagen den Konflikt aus dem
00:20:03: Weg gehst. Aber letztendlich ist das eine Situation, die auf Dauer ungesund wird. Weil du hast ja
00:20:11: nicht nur die Probleme in der Organisation, sondern auch womöglich zu Hause mit den Kindern,
00:20:19: die pubertieren oder vielleicht hast du ein Kredit, hast ein Haus gebaut, Sorgen, Probleme,
00:20:26: Eltern, die vielleicht krank sind, die Pflege brauchen. Also sagen wir so, man hat nicht nur die
00:20:33: Themen in der Organisation, sondern das Leben lebt uns. Und jetzt ist der Mensch, der vielleicht
00:20:38: im Beruf ein Auspuff fände, hat da auch noch extra diese Last zu tragen. Ja, weil generell haben
00:20:47: wir ganz viele Menschen Freude an ihrer Arbeit, Freude in der Arbeit mit netten Kollegen und
00:20:53: Kolleginnen und einfach Spaß am Tun und Handeln und am Aufgaben erledigen. Und wenn dann so jemand
00:20:59: kommt, der noch extra Stress hinzufügt, alles andere als gesund. Richtig. Und dann merkt man
00:21:07: auch in Organisationen, die eben solche Psychopathen im hierarchischen Gefüge haben, da können die
00:21:15: Krankenkassen ein Lied davon singen, weil die Leute dann irgendwo im Gefüge werden auffällig
00:21:22: viele krank. Immer und immer wieder. Dieser Dauerstress. Genau, ob sie jetzt zum Beispiel
00:21:29: virale Krankheiten haben, also jemand, der regelmäßig so vergrippt ist und verschnupft ist und
00:21:39: nicht bei sich ist sozusagen aufgrund der Erkrankung, aber auch diese, wie sagt man da,
00:21:48: Langzeitkrankenstände, wo die Menschen depressiv werden. Und es ist interessant zu wissen, dass
00:21:56: Cortisol die Immunantwort verschiebt. Es ist nicht so, wenn ich ständig diesen psychosozialen
00:22:03: Stress habe, dass ich nur sauer bin und unzufrieden bin, sondern dass ich anfällig werde für
00:22:12: Krankheiten. Und zwar kann Cortisol die Antwort, also die Immunantwort auf zwei Arten beeinflussen.
00:22:19: Wir haben nämlich zwei, man sagt dazu, TH-Zellen, das sind Zellen, die die Immunantwort steuern.
00:22:31: Und die TH-1-Zellen sind dazu da, dass sie Bakterien töten. Also diese TH-1-Zellen, sie werden eingesetzt,
00:22:47: wenn wir zum Beispiel mit Bakterien zu tun haben. Wir erwischen irgendeine bakterielle Infektion,
00:22:54: ob sie eine Augenentzündung ist, aber auch Lungenentzündung etc. Da kommen diese TH-1-Zellen
00:23:02: und töten dann diese Bakterien. Sie sind das Fresszellen. Ja, genau, richtig. Ganz einfache
00:23:08: Ausdruck. Von der Schule noch, ja. Von der Schule, ja. Siehst du, ich grabe so lange,
00:23:14: bis ich in die tiefste Windung gelassen bin. Ich bin der Gras heraus aus der Schule, vor
00:23:22: zwei Jahren maturiert. Genau, genau. Und die Nase wächst. Ja, und was sind die anderen?
00:23:29: Die einschließen, ist das so? Das sind jene Zellen, die die Viren erwischen und die regenden
00:23:41: Körper an Antikörper zu produzieren, zu bilden, die die Viren dann töten. Ja, das heißt
00:23:49: aber schon, also die Zellen einschließen und der Körper produziert Antikörper, kann
00:23:52: man sich das so vorstellen? Ja, genau, ungefähr. Einfachst erklärt von Dr.
00:23:57: Katrin Wachau. Nase wächst schon wieder, ja. Okay. Und jetzt ist es so, dass Cortisol,
00:24:05: ja, wenn ich ständig unter Cortisol stehe, funktionieren diese zwei Arten von Zellen
00:24:11: ein bisschen anders als sie sollten. Weil die TH1, sollten die Bakterien fressen und die
00:24:17: TH2, die Viren fangen und töten lassen von den Antikörper. Und jetzt passiert Folgendes.
00:24:24: Die TH1 Zellen steigern die Immunantwort durch Einfluss von Cortisol. Das bedeutet, dass
00:24:33: mein Körper dann etwas als Feind erkennt, was gar kein Feind ist. Zum Beispiel.
00:24:40: Die eigenen Zellen quasi nicht fehlen. Nein, nein. Zum Beispiel, dass man Milben-Code,
00:24:46: ja, den man in jeder Matratze drinnen hat, weil in jeder Matratze leben ein paar Mil ...
00:24:51: Wahrscheinlich Milliarden Milben, ja, die sich von unserer Haut ernähren, von den Hautschuppen.
00:24:56: Und sie setzen ein Code ab und dann plötzlich, dass man allergeschwirt auf diese Matratze,
00:25:03: ja, auf der man ein paar Jahre geschlafen hat und die nie ein Problem gemacht hat, legt
00:25:08: man sich ins Bett und man fängt an zu niesen oder die Augenschwellen an und so weiter und
00:25:13: so fort. Das heißt, diese TH1 Zellen können dann eine Allergie auslösen auf Dinge, auf
00:25:21: die wir nie allergeschwärmen. Das ist faszinierend. Ein Arbeitskollege ist heute reingekommen
00:25:26: mit so einer Lippe und hat gesagt, er weiß nicht, wo er auf einmal allergeschießt ist.
00:25:31: Und das ist im letzten Woche auch einmal passiert. Vielleicht ist es der Stress. Es kann sein.
00:25:37: Plötzlich ist er quasi auf die Ausstellung der Milben allergisch.
00:25:41: Ja, oder auch auf Lebensmittel könnte sein oder auf andere Dinge in der Umwelt. Man greift
00:25:47: etwas an und auf einmal hat man eine Schwellung ...
00:25:51: Ja, er hat gesagt, in der Nacht ist es schlimmer und schlimmer geworden.
00:25:54: Das könnte sein. Also ich meine, ich bin ja keine Ärztin und ich will keine Diagnose stellen.
00:25:59: Aber sehr viele Allergien kommen auf eine Stressphase. Also oder nach oder während einer
00:26:07: Stressphase. Hört der Stress auf, geht die Allergie auch weg. Dazu gibt es jede Menge
00:26:12: Literatur. Also diese Cortisol-Beeinflusung des Immunsystems ist nicht harmlos. Das kann
00:26:19: uns richtig krank machen. Und das andere ist auch interessant.
00:26:23: Aber wenn der Stress nachlässt, reguliert sich der Körper wieder von selbst und ...
00:26:27: Es braucht seine Zeit. Es geht nicht von heute auf morgen. Sondern es muss dieses Cortisol
00:26:33: wieder abgebaut werden und diese Immunantwort muss wieder sich zurecht rücken auf das normale
00:26:39: Niveau. Aber ich möchte auch noch kurz erzählen, was die TH2-Zellen machen. Interessanterweise.
00:26:46: Wer ein Stress da ist. Bei andauernden Stress. Die fahren umgekehrt die Immunantwort zurück.
00:26:55: Das bedeutet, sie wehren ... Also sie sind nicht mehr da als Wehrsoldaten unseres Körpers
00:27:03: und wir erwischen alles, was vorbei fliegt. Jedes Virus fangen wir ein. Und jede zum
00:27:12: Beispiel ein Herpesvirus, also Fieberblase, ist ein Herpesvirus. Und Menschen berichten
00:27:20: oft davon, dass sie während einer Stressphase Fieberblasen kriegen. Ganz schlimmer. Dann
00:27:28: hört die Stressphase auf, dann geht es wieder weg. Warum? Weil diese TH2-Immunantwort durch
00:27:35: Cortisol geschwächt wird. Und ich will nur damit sagen, man sollte mit diesem psychosozialen
00:27:42: Stress wirklich gut umgehen. Es ist so, dass es auf Dauer in Organisationen so jemand ganz
00:27:51: viele Leute krank machen kann. Aber was kann ich tun, wenn ich jetzt mit so einem Psychopathen
00:27:56: des Alltags zu tun habe? Was ist dein Ratschlag? Also jede Situation ist eine andere. Man kann
00:28:05: natürlich nicht allgemeine Empfehlungen aussprechen. Ich muss sagen, ich hatte schon mehrere
00:28:11: Erscheinungen vor vielen Jahren und meistens ist es so, dass man ein Betriebspsychologen
00:28:20: aufsucht etc. Und diese Person hat mir seinerzeit empfohlen, von diesem Unternehmen wegzugehen.
00:28:28: Und zuerst wollte ich diese Empfehlung gar nicht wahr haben, weil mir mein Arbeit so
00:28:34: gefällt, so gefallen hat. Und zuerst habe ich das nicht berücksichtigt und dann ist der
00:28:41: Tag X gekommen, wo ich mir gedacht habe, es muss sein, ich muss gehen und ich bin dann auch gegangen.
00:28:48: Und das war die beste Entscheidung für mich, weil oft diese Menschen, ihre destruktive Energie,
00:28:54: die sie haben, sie hören nicht auf, sie zu produzieren. Man kann ihnen nie was recht machen
00:29:00: und am Ende zerstören sie dich, aber sie bleiben oben. Und jetzt, bevor man so ein Kampf aufnimmt,
00:29:06: also mit diesen Psychopathen des Alltags, ist besser, man geht einen anderen Weg.
00:29:10: Rückschritt, neuer Weg. Neuer Weg. Auf zu neuen Wegen. Ja, es gibt ja viele Wege und es gibt
00:29:17: viele Jobs und es gibt viele, wie kann man sagen, Organisations- und Möglichkeiten.
00:29:23: Ja, man kann auch rauswachsen aus dieser Art von Herausforderung. Man kann für sich auch lernen,
00:29:31: was man will oder nicht will. Man findet neue Wege und meine Mama hat auch immer gesagt,
00:29:37: Manuela, wenn eine kleine Tür zugeht, geht eine größere auf.
00:29:41: Das ist schön gesagt. Ich hätte gesagt, mit diesen Schlussworten hören wir auf. Das war unsere Folge
00:29:46: zu den Psychopathen des Alltags zum psychosozialen Stress. Wir sagen vielen Dank fürs Zuhören.
00:29:53: Danke fürs Zuhören!
00:29:54: [Musik]
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