#39: Frauengehirn vs. Männergehirn

Shownotes

Es gibt Unterschiede zwischen dem Frauengehirn und dem Männergehirn in der Anatomie. Damit ergeben sich auch geschlechterspezifische Stärken und Interessen.
Der wissenschaftliche Blick richtet sich in dieser Podcast-Folge auf die Unterschiede.

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00:00:00: Gehirn einfacher Klärz, der Podcast für alle mit Köpfchen.

00:00:05: Herzlich willkommen, schön, dass ihr mit dabei seid.

00:00:09: Mein Name ist Katrin Wachauer, ich bin Moderatorin und meine Kollegin.

00:00:12: Mein Name ist Manuela Mcedanio und ich bin Neurowissenschaftlerin.

00:00:16: Du bist die Innenseiterin, was die Neurowissenschaften angeht.

00:00:19: Ich bin die Outseiterin, bevor wir heute über die Unterschiede sprechen,

00:00:23: was Frauen und Männer angeht.

00:00:25: Zu einem ganz großen...

00:00:26: ...Männergehirn.

00:00:27: Ja, natürlich.

00:00:29: Zuerst einen ganz großartigen Mann, von dem du jetzt gerade gekommen bist.

00:00:35: Geschwärmt hast?

00:00:36: Ja, geschwärmt hast und jetzt bist du gerade von ihm zu mir.

00:00:39: Ja, genau.

00:00:40: Wer ist das?

00:00:41: Genau, das ist Nobelpreisträger Anton Seilinger.

00:00:44: Der hat bei uns auf der Uni, auf der JKU, einen sehr schönen, inspirierenden Vortrag erhalten,

00:00:53: aber keinen Fachvortrag, sondern einen Vortrag für Menschen,

00:00:58: die Interesse an seiner Forschung haben, aber die nicht vom Fach sind.

00:01:02: Und da waren über 1000 Leute an der JKU zu diesem Anlass.

00:01:07: Und ich durfte auch in dem Raum sein, wo er war.

00:01:10: Ah, schön.

00:01:11: Ja, Anton Seilinger, Nobelpreisträger 2022 hat er den Nobelpreis für Physik erhalten für die Quantenverschränkung.

00:01:20: Du kannst wirklich an was du siehst.

00:01:22: Vielleicht ganz für andere Bälle.

00:01:25: Ein physikalischer Prozess.

00:01:27: Ja, genau.

00:01:28: Was ist das Besondere an ihm, weil du es so geschwärmt hast?

00:01:31: Also ich finde sehr beeindruckend diese ganz herzliche Art, die er hat.

00:01:39: Also es ist wirklich einer von uns sozusagen, also überhaupt keine Allüren,

00:01:46: keine Arroganz, so wie er spricht, wie er manchmal während des Vortrags überlegt,

00:01:51: also wie menschennah er ist und angesichts dessen, dass er Dinge wirklich entdeckt hat

00:01:58: und sich Dinge ausgedacht hat, die gegen den Mainstream waren.

00:02:03: Und das ist eben das, was ich immer sage.

00:02:05: Es heißt nicht, weil 99.000 Wissenschaftler eine Meinung vertreten,

00:02:12: dass es nicht eine andere Einzige geben darf.

00:02:16: Wenn du das beweisen kannst, gilt eher deine Meinung.

00:02:20: Alle anderen sind falsch.

00:02:22: Ja, 79 ist er mittlerweile.

00:02:24: An der JGU-Bahre, ich glaube 1400 Menschen waren mit dabei,

00:02:28: vor allem sehr viele Schülerinnen und Schüler, weil er offenbar gesagt hat,

00:02:32: er will zur Zukunft sprechen und nicht mit der Vergangenheit.

00:02:37: Richtig.

00:02:38: Zwar sind Ziegschulen gekommen, also ganze Klassen.

00:02:42: Und er hat eben den Vortrag auch so gestaltet, dass jeder das versteht.

00:02:46: Und sogar ich habe einiges verstanden.

00:02:48: Aber ich wage das nicht zu wiederholen, denn ich möchte keine Fehler einbauen.

00:02:53: Also die JGU, da ist sehr, sehr cool unterwegs.

00:02:56: Und da gibt es auch ein anderes Projekt an der Uni.

00:02:59: Da geht es um diesen Wissenstransfer, den wir da quasi jetzt im Podcast auch betreiben,

00:03:03: um die Neurowissenschaften herunterzubrechen

00:03:05: und unseren Hörerinnen und Hörern zu vermitteln.

00:03:08: Ja, also die Universitäten haben die letzten Jahre eine sogenannte Third Mission,

00:03:14: also eine dritte Mission.

00:03:17: Und die besteht darin, dass man universitäres Wissen an Laien weitergibt.

00:03:26: Und das ist etwas, was früher eigentlich verpönt war.

00:03:30: Ja, ich muss sagen, wie ich vom Leipzig zurückgekommen bin,

00:03:34: hat mich jemand darauf angesprochen, dass ich diese Vorträge im IC mache.

00:03:38: Und ob ich nicht Angst habe, mir das Image zu verpuschen.

00:03:47: Ja, den Ruf zu verpuschen.

00:03:49: Den Ruf wollte ich sagen, zu verpuschen.

00:03:51: Und ich war ganz weg, dass diese Person mir eine solche Frage stellt,

00:03:56: weil es für mich eine Riesenfreude ist,

00:03:59: wenn ich über das Gehirn Menschen Inhalte erklären kann,

00:04:05: die sonst nicht dazu kämen, weil sie nicht in der Lage sind,

00:04:09: weil sie eben was anderes gelernt haben, die Fachartikeln zu lesen.

00:04:12: Also mir bereitet es eine Riesenfreude

00:04:14: und ich merke auch, dass dieses Wissen gesucht und geschätzt wird.

00:04:19: Ja, und ich glaube, es ist ja vor allem auch besonders schwierig,

00:04:22: wissenschaften herunterzubrechen auf einfachste Art und Weise,

00:04:27: um sie verständlich zu machen für Leyen.

00:04:31: Also für mich nicht.

00:04:33: Ich mache das wahnsinnig gern.

00:04:35: Ich weiß nicht, ich habe das nirgends gelernt.

00:04:38: Es ist bei mir so instinktiv drinnen.

00:04:40: Und wie ich angefangen habe, solche Vorträge zu halten,

00:04:44: habe ich mir immer vorgestellt, dass meine Mama am Küchentisch sitzt

00:04:48: und dass sie wissen will, was ich gerade tue.

00:04:51: Meine Mama war nicht gebildet, also hat keine fortführende Schule besucht,

00:04:55: war aber die beste Mama aller Zeiten.

00:04:57: Und sie hat immer mitgefiebert und egal, was ich gemacht habe,

00:05:01: was sie immer begeistert.

00:05:03: Aber ich kenne das von Interviews zum Beispiel,

00:05:05: wenn ich zu einer Expertin, einem Experten gehe.

00:05:08: Und ich sage dann immer, bitte erklären Sie so,

00:05:11: wie Sie es einem kleinen Kind erklären würden.

00:05:16: Weil so wird es verständlich.

00:05:18: Richtig.

00:05:19: Richtig.

00:05:20: Richtig.

00:05:21: Man sollte davon ausgehen, dass die Menschen da draußen

00:05:25: einfach andere Dinge im Leben tun

00:05:28: und sich nicht mit Wissenschaft beschäftigen.

00:05:31: Aber es ist auch ihr sehr gutes Recht,

00:05:33: vom Wissenskuchen ein Teil zu bekommen,

00:05:38: weil sie auch dafür bezahlen mit ihrer Steuer.

00:05:42: Es ist nicht so, dass ich den Publikum ein Gefallen tue,

00:05:46: sondern es ist meine Aufgabe auch,

00:05:49: mit dem Publikum dieses Wissen zu teilen.

00:05:53: Ja, und hat sich dieses Bild schon ein bisschen gedreht

00:05:56: und deine Kolleginnen und Kollegen finden das super,

00:05:59: dass du Vorträge hältst und deinen Podcast machst.

00:06:02: Das weiß ich jetzt nicht, ob sich bei den Kolleginnen was gedreht hat,

00:06:06: aber die Universität unterstützt das jetzt.

00:06:10: Und die heutige Veranstaltung ist eben in diesem Sinne,

00:06:14: dass man einem Nobelpreisträger sozusagen

00:06:19: auf eine sehr familiäre Weise vorstellt,

00:06:23: dass er unter uns kommt.

00:06:25: Und ich meine, ein Nobelpreis ist ja nicht...

00:06:29: Wahnsinn, oder?

00:06:30: Ist wirklich der Wahnsinn.

00:06:31: Ist das Ziel eines jeden Wissenschaftlers?

00:06:33: Ja, das Ziel, nein.

00:06:35: Das ist das Ziel eines Genies vielleicht.

00:06:38: Aber nicht jeder Wissenschaftler kann so ein Ziel haben,

00:06:42: weil er sicher zu 99,99% der Fälle sein Ziel nicht erreichen kann.

00:06:49: Wahnsinn.

00:06:50: Ja, und noch einmal zurück zu diesen Kepler-Awards

00:06:53: für Wissenschaftsvermittlung.

00:06:55: Ich kann dich da jetzt nominieren, zum Beispiel.

00:06:58: Ja, also die JKU-Macht hat jetzt eine Aktion gestartet,

00:07:03: damit wir Universitätsangehörige uns mehr betätigen

00:07:09: im Wissenstransfer.

00:07:11: Und damit wir uns mehr betätigen,

00:07:14: muss ein Preis ausgeschrieben werden.

00:07:16: Also ich mache diese Dinge schon 15 Jahre.

00:07:19: Aber ich denke, es ist ganz großes Potenzial da, ja, an der Uni.

00:07:25: Und jetzt gibt es eben diesen Wissens-Award, also...

00:07:30: Direkt direkt auf der JKU-Homepage einfach.

00:07:33: Genau, und Kepler-Awards für Wissenschaftsvermittlung heißen die.

00:07:37: So findet man das. Und da kann man ganz einfach dann...

00:07:40: Und man kann auch jemanden nominieren.

00:07:42: Also wenn die Hörerinnen und Hörer jemanden kennen,

00:07:45: der diese Dinge schon macht,

00:07:47: können sie gerne diese Person nominieren.

00:07:50: Und je mehr Nominierungen da sind,

00:07:53: umso mehr wird die Jury begeistert sein.

00:07:56: Also Werbung in eigener Sache,

00:07:58: bitte Manuela Macedonia nominieren für den Kepler-Awards.

00:08:02: Ja, wenn die Hörerinnen und Hörer das für richtig halten.

00:08:06: Ja, natürlich. Aber ich gehe davon aus.

00:08:09: Wenn sie uns zuhören, meinst du...

00:08:12: Nein, ich würde mich freuen.

00:08:14: Jetzt von den Kepler-Awards und von der JKU wieder zurück zum heutigen Thema.

00:08:19: Frauen hier?

00:08:20: Ja, der Unterschied zwischen dem Frauengehirn und dem Männergehirn.

00:08:24: Und ja, gleich einmal vorweg, Manuela, es gibt Unterschiede.

00:08:27: Wobei diese Unterschiede jetzt nicht bedeuten,

00:08:30: dass eine Geschlecht ist besser als das andere Geschlechts.

00:08:33: Nein, auf keinen Fall.

00:08:36: Also wer würde das behaupten?

00:08:39: Also wo liegen die Unterschiede?

00:08:43: Ja, also ich weiß nicht, ob die Hörerinnen und Hörer

00:08:46: von diesen Kartons, schon solcher Kartons gesehen haben,

00:08:50: wo Frauen ein Riesenareal haben für Schuhe.

00:08:54: Also ein Karton vom Gehirn, was seine Aufzeichnung und was steckt im Gehirn drinnen.

00:08:59: Genau, aber sie ist im Fraun-Gehirn drinnen.

00:09:01: Also, Areal für Schuhe, Areal für Babys, Areal für unangenehme Fragen.

00:09:10: Und bei den Männern ist ein Riesenareal Sex.

00:09:13: Und dann ist ein bisschen was, also Fußball und solche Dinge.

00:09:17: Und wie viel Wahrheit steckt das in den?

00:09:20: Null Wahrheit. Zum Glück.

00:09:23: Zum Glück.

00:09:24: Ja, aber bevor wir vielleicht auf die Unterschiede

00:09:28: oder die Gemeinsamkeiten eingehen, ist es vielleicht besser,

00:09:31: dass wir nur kurz besprechen, wie die Grundbausteine des Gehirns sind.

00:09:36: Ja, also zu den Fakten.

00:09:38: Ja, also die Grundbausteine, also Frauen und Männer haben die gleichen Grundbausteine.

00:09:44: Also Neuronen und Glierzellen, die sich vernetzen

00:09:48: und die lernen können und wahrnehmen und entscheiden etc.

00:09:57: Ja, es ist gar keinen Unterschied.

00:10:00: Die Fakten, die puren Fakten, liegen vielleicht beim Gewicht,

00:10:06: aber es ist auch nicht wirklich relevant.

00:10:10: Ja, Frau hat ein Gehirn, da ist ca. 100 Gramm weniger wiegt,

00:10:15: als das Gehirn des Mannes.

00:10:17: Also 1245 Gramm im Durchschnitt, Frauen-Gehirn.

00:10:21: Und Männer gehören 1375.

00:10:24: Ja, also da ist nicht wirklich Unterschiede.

00:10:27: Also die Größe sagt auch nichts über die Funktionalität da aus?

00:10:30: Gar nichts.

00:10:31: Die Größe sagt gar nichts, weil wir ja auch wissen,

00:10:34: zum Beispiel Säugetiere, die große Gehirne haben, siehe Wahl.

00:10:40: Der Wahl hat natürlich seine Fähigkeiten,

00:10:44: überlebt in seiner Umgebung etc. etc.

00:10:47: Aber die Dimensions eines Gehirns hat gezeigt,

00:10:53: dass der Wahl sich vor den Menschen nicht wirklich schützen kann,

00:10:57: der ihn jahrhundertelang gejagt und gegessen und verwertet hat.

00:11:03: Der Mensch hat ein viel kleineres Gehirn.

00:11:05: Der Mensch hat ein viel kleineres Gehirn

00:11:08: und kann aber ganz viele andere Tiere unterwerfen

00:11:12: und kann Raketen bauen und Wissenschaften aufbauen,

00:11:19: Themen ergründen mit nur, sagen wir so, 1,5 Kilo, wenn es gut geht.

00:11:25: Gibt es so bestimmte Eigenschaften, was das Männer-Gehirn ausmacht,

00:11:30: das Frauengehirn, was jetzt zum Beispiel die Stärken angeht,

00:11:34: was Männer angeht und Frauen?

00:11:37: Ja, also wenn man jetzt ein bisschen die Literatur anschaut,

00:11:41: kommen immer wieder Untersuchungen unter,

00:11:45: die zeigen, dass Männer eine bessere mentale Rotationsfähigkeit haben.

00:11:51: Das sind so Tests, die man macht, wo man eine Form mental umdrehen muss

00:11:56: und dann muss man irgendwas ankreuzen.

00:11:59: Also wenn ich diese Form nach links drehe, wie schaut sie aus?

00:12:03: Dann kommen so Zeichnungen raus und dann muss man das...

00:12:08: Man muss sich vorstellen können, wie eine dreidimensionale Form

00:12:12: im Raum aussieht, wenn man sie dreht.

00:12:16: Und da sind Männer tatsächlich in vielen Tests besser.

00:12:20: Sie können auch Zahlenrelationen in Tests besser sich errechnen.

00:12:31: Sie können auch sehr genaue, also sehr zielgerichtete Bewegungen ausführen.

00:12:36: Das hat nämlich mit dem Kleinhirn zu tun, also dass man diese Feinmotore hat.

00:12:42: Und das sind Tests, die gemacht werden.

00:12:46: Und dann werden, was ich, 200 Leute hergenommen und für diese Population gilt dann diese Aussage.

00:12:51: Ist es wirklich aussagekräftig, 200 Personen?

00:12:54: Ja, eben nicht.

00:12:56: Und bei den Frauen hat man in solchen Tests herausgefunden,

00:13:01: dass sie eine speziell gut ausgebaute Wortflüssigkeit haben.

00:13:07: Wirklich?

00:13:09: Ich glaube, das betrifft uns nicht.

00:13:11: Uns?

00:13:13: Wo sind wir noch besser?

00:13:16: Genau, genau.

00:13:18: Dann haben Frauen angeblich ein besseres Ortsgedächtnis,

00:13:21: also können sie sehr, sehr gut navigieren,

00:13:25: rechnen können Frauen angeblich besser.

00:13:28: Also Männer haben bessere Zahlenrelationen.

00:13:31: Das heißt also, diesen Hang zur Mathematik,

00:13:35: aber Frauen können rechnen.

00:13:37: Man kann da was anderes.

00:13:39: Weil du zur Taschenrechnergeneration gehört hast, wahrscheinlich deswegen.

00:13:46: Es ist schon schwierig.

00:13:48: Früher habe ich viel mehr im Kopf gerechnet,

00:13:50: durch mehr oft auch im Radiostudio, wenn ich auf der Rechnung muss,

00:13:53: mit den Liedzeiten quasi hinkommen,

00:13:58: zu den Nachrichten zum Beispiel.

00:14:01: Und da stehe ich oft, dann denke ich mir,

00:14:04: gar drin, das gibt es doch nicht.

00:14:06: Ja, ja, ich bin auch Taschenrechnergeneration,

00:14:10: obwohl ich schon älter bin.

00:14:12: Also wir haben in der Schule tatsächlich Taschenrechner gehabt.

00:14:16: Und man entwickelt auch eine gewisse Faulheit,

00:14:20: weil man weiß, jetzt hat man immer das Handy dabei,

00:14:23: man kann da immer ein Taschenrechner verwenden.

00:14:26: Also das ist einfach eine Faulheit,

00:14:28: die zum Beispiel Kellner, Kellnerinnen nicht haben,

00:14:31: weil sie zumindest früher jetzt macht es auch wieder die Maschine,

00:14:34: aber sie haben alles aus dem Kopf ausgerechnet.

00:14:36: Und das ist sicher eine bessere Übung, als nur zu tippen.

00:14:40: Also da gibt es wirklich Unterschiede,

00:14:42: die sich im Alltag bemerkbar machen.

00:14:44: Laut Experimenten ja, aber man muss sagen,

00:14:51: die Forschungslage ist nicht wirklich eindeutig.

00:14:56: Weil wenn man zum Beispiel in die Datenbank reingeht

00:15:00: und man gibt ein, also Wörter wie Brain und zum Beispiel

00:15:07: Sex und gewisse Untersuchungsmethoden, dann oder Sexdifferences, da kommt alles mögliche

00:15:18: raus.

00:15:19: Der eine Artikel sagt das eine, der andere das andere.

00:15:21: Und was ich nämlich, ich habe nämlich eine größere Suche gemacht mit ca.

00:15:29: 6000 Artikeln.

00:15:30: Ja.

00:15:31: Und 167 Artikeln habe ich dann nochmal zusammengefasst.

00:15:36: Und wo sollen die Unterschiede im Gehirn sein?

00:15:40: Es kommen nämlich medizinische, sehr viele medizinische Artikeln raus, die zum Beispiel

00:15:45: sagen, dass Buben mehr Autismus haben, dass sie mehr Sprachentwicklungsstörungen, mehr

00:15:54: Dyslexie haben, Aufmerksamkeitsstörungen und Tourette-Syndrom.

00:16:00: Tourette ist eigentlich ein Tick.

00:16:04: Ah, wo sie schimpfen.

00:16:06: Genau.

00:16:07: Also ein Tick ist eine Verhaltensweise, die nicht reguliert wird von den sogenannten

00:16:16: Basalganglen im Gehirn.

00:16:18: Also wir haben manchmal, jeder von uns hat es schon gehabt, dass zum Beispiel ein Augenlied

00:16:24: tickt.

00:16:25: Also das zieht immer wieder.

00:16:27: Und du denkst, nein, jetzt darfst du es nicht tun, weil es ist störend.

00:16:32: Und es ist so minimal eine Bewegung, die nicht bewusst gesteuert wird.

00:16:39: Und warum wird diese Bewegung nicht bewusst gesteuert?

00:16:42: Weil die Basalganglen, das ist eine tiefe Struktur im Gehirn, sie filtern praktisch,

00:16:48: du kannst alle möglichen Bewegungen machen, deine Körperteile können alles mögliche

00:16:52: machen und du kannst auch alles Mögliche sagen.

00:16:54: Aber dein Gehirn ist immer bemüht auszurechnen, welche Bewegungen einen Sinn machen.

00:17:01: Okay.

00:17:02: Und welche Wortwahl einen Sinn macht.

00:17:06: Und es gibt Menschen zum Beispiel, die einen echten Tick haben, dass sie zum Beispiel unkontrolliert

00:17:14: eine Hand bewegen oder zum Beispiel gibt es auch einen Tick, dass die Menschen, wenn

00:17:19: anderen ständig berühren, auch wenn es eine fremde Person ist.

00:17:22: Das heißt, es sitzt ihr gegenüber und ich berühre die Ständig.

00:17:25: Und das ist aber kein sozial kompatibles Verhalten.

00:17:29: Aber ich kann diese Handlung nicht unterdrücken, die kommt von selbst.

00:17:33: Und das ist eben ein sogenannter Tick.

00:17:36: Ein Tick.

00:17:37: Und diese Handlung entsteht dadurch, dass die Basalganglen sie nicht zurückhalten.

00:17:44: Und das Zuretz-Syndrom ist quasi nichts anderes als ein Tick.

00:17:48: Richtig.

00:17:49: Also, man versteht darunter auch ein Tick, weil die Personen das, was ihnen durch den

00:17:59: Kopf geht und eine Menschen kann alles Mögliche durch den Kopf gehen.

00:18:03: Nur das, was nicht gesagt werden darf, sagt man nicht.

00:18:06: Und diese Personen haben eben eine Durchlässigkeit der Basalganglen.

00:18:10: Das heißt, die Basalganglen schaffen nicht, das zurückzuhalten, was normalerweise im sozialen

00:18:16: Gefüge zurückgehalten wird.

00:18:18: Aber normalerweise Menschen mit Tourette-Syndrom, die schimpfen ja.

00:18:22: Richtig.

00:18:23: Also, die denken, die würden das...

00:18:26: Ja, also...

00:18:27: Schwierig zu sagen, also, die denken sich das auch und das kommt raus, ohne dass es zurückgehalten

00:18:33: wird.

00:18:34: Richtig.

00:18:35: Das heißt, in diesem Moment ärgern sie die...

00:18:36: Äh, ich würde nicht sagen, dass sie sich ärgern, ich bin keine Neurologin, ich möchte

00:18:41: betonen.

00:18:42: Aber es ist einfach, in unserem Kopf ist immer ein Salat von Gedanken.

00:18:46: Und dann werden die raus sortiert, die für uns gut sind, die für diese soziale Situation

00:18:56: passend sind.

00:18:57: Und wenn die Basalganglen durchlässig sind, da kommt eine Bewegung raus, die nicht sozial

00:19:03: verträglich ist und es kommt auch eine Äußerung raus, die nicht dazu passt.

00:19:08: Okay, ja, spannend.

00:19:10: Und das ist eben, also es wird in den medizinischen Datenbanken auch dieses Tourette-Syndrom bei

00:19:17: Buben, bei Männern viel häufiger auf.

00:19:19: Und bei Frauen ist es so, dass ganz häufig Depression, Angststörung und Essstörungen

00:19:27: wie Anorexie auftreten.

00:19:28: Also Magersucht.

00:19:29: Ja, genau.

00:19:30: Okay, und woran liegt das, glaubst du?

00:19:34: Also, manche dieser Artikeln führen das zurück auf Dimension und Dichte gewisser Gehirnstrukturen.

00:19:47: Okay.

00:19:48: Ja, zum Beispiel haben Männer einen größeren Hippokampus.

00:19:52: Gedechnis oder?

00:19:53: Gedechnis, genau.

00:19:55: Und lernen gut, aufgrund des größeren Hippokampus.

00:19:59: Lernen besser als Frauen.

00:20:01: Angeblich.

00:20:02: Okay.

00:20:03: Ja, ich möchte noch mal hinterfragen.

00:20:06: Und Frauen haben zum Beispiel sehr gut ausgebildete Sprachregionen.

00:20:12: Ja.

00:20:13: Und deswegen sind sie auch wortflüssiger und können Dinge besser sagen als Männer.

00:20:18: Wobei es im Alltag jedem auffällt, dass ob man oder Frau es einfach Talente gibt.

00:20:26: Ja, ich wollte gerade sagen, es betrifft die Altgemeinheit.

00:20:30: Wobei es gibt immer Ausreißer.

00:20:32: Ja, es gibt total eloquente Männer zum Beispiel.

00:20:36: Richtig, hier im Radio wirst du sicher einige kennen.

00:20:39: Und ich kenne auch sehr eloquente Männer von meinem Beruf.

00:20:43: Ja, sie müssen die ganze Zeit sprechen.

00:20:45: Sie stehen im Hörsaal.

00:20:46: Sie müssen auf Konferenzen fahren.

00:20:49: Sie können das gar nicht anders machen als dass sie eloquent sind, weil das ist einfach

00:20:54: ihr Brotberuf.

00:20:56: Einen Unterschied gibt es auch bei der sogenannten Insel.

00:21:01: Ja.

00:21:02: Die liegt so zwischen den Rinden oder?

00:21:05: Ja, Wahnsinn.

00:21:06: Deswegen Insel.

00:21:07: Und die Insel steuert ein bisschen oder wird aktiv, wenn es um Mitgefühl und Empathie

00:21:12: geht.

00:21:13: Richtig.

00:21:14: Frauen.

00:21:15: Du hast mein Urzug.

00:21:16: Ja, der Wissenstransfer funktioniert.

00:21:18: Funktioniert bei dir.

00:21:19: Nur Urzenten.

00:21:20: Ja, und diese Insel wird aktiviert, wenn es um Mitgefühl und Empathie geht.

00:21:25: Ja.

00:21:26: Da sind Frauen, laut diesen Studien, ja auch einen Tick besser als Männer.

00:21:32: Richtig.

00:21:33: Also die Studien über Empathie haben wir schon, glaube ich, da oder dort besprochen.

00:21:40: Die wurden von Tania Singer.

00:21:43: Also es ist die Initiatur in der Empathie Forschung im Gehirn.

00:21:48: Und Tania Singer hat herausgefunden, dass die Insel, die eben das Mitgefühl bei Menschen

00:21:57: steuert, dass bei Frauen, dass sie halt aktiver ist.

00:22:04: Also Frauen, besser gesagt haben wir es so, um das Richtige zu sagen.

00:22:09: Frauen sind empathischer als Männer.

00:22:13: Fühlen sich besser in andere hinein.

00:22:15: Richtig.

00:22:16: Also sie können besser nachvollziehen, was in anderen Menschen vor sich vorgeht.

00:22:20: Und man hat das gesehen.

00:22:23: Ich weiß nicht, ob wir das schon erwähnt haben, in diesen Mitgefühl-Experimenten für

00:22:27: Schmerz.

00:22:28: Mitgefühl für Schmerz, da waren 16 Paare eingeladen zu diesem einen ganz berühmten Experiment,

00:22:38: das dann in Science im Jahr 2004 veröffentlicht wurde.

00:22:42: 16 Paare, eine Person war draußen von den Paar, jetzt weiß ich nicht mehr, ob es alle

00:22:48: Männer draußen oder alle Frauen drinnen waren, das weiß ich jetzt nicht mehr.

00:22:52: Auf jeden Fall, eine Person von dem Paar war draußen und wurde gepiext, also mit einer

00:22:58: Nadel auf der Hand.

00:22:59: Und die andere Person war drinnen im Scanner und man hat dann gesehen, bei der Person,

00:23:05: deren Gehirn, gescannt wurde, man hat gesehen, dass die Schmerzzehen trennen, die auch physischen

00:23:13: Schmerz aktivieren, bei der beobachtenden Person aktiv waren.

00:23:18: Das heißt also, wenn ich jetzt bei meinem Partner beobachte, dass ihm Schmerz zugefügt

00:23:25: wird, wird meine sogenannte Schmerzmatrix, die eben auch die Insel involviert, also Insel

00:23:31: und vordere Gürtelwindung und teilweise klein hier.

00:23:35: Also diese Schmerzmatrix wird aktiv allein bei der Beobachtung des Schmerzens meines

00:23:41: Partners.

00:23:42: Und das ist eben das Mitgefühl.

00:23:44: Und bei Männern ist das weniger ausgeprägt, hat Daniel Singer herausgefunden.

00:23:50: Und sogar ganz interessant, also anekdotisch ist gut zu wissen, sie hat in einem anderen

00:23:59: Experiment, das in Nature veröffentlicht wurde, ich glaube 2006, hat sie dann herausgefunden,

00:24:08: dass wenn Fremde draußen gepixt werden, das sind dann keine paar Experimente mehr gewesen,

00:24:16: sondern Fremde, und diese Fremd, die draußen gepixt wurden, unfair waren, einer gegenüber,

00:24:25: dass Frauen immer noch empathisch waren gegenüber den Fremden, die eben den Schmerz empfunden

00:24:31: haben.

00:24:32: Die Frauen waren immer noch empathisch, die Männer nicht.

00:24:35: Das heißt, diese Schmerzmatrix war bei den Männern gar nicht aktiv, wenn sie beobachtet

00:24:41: haben, dass derjenige, dass sie vorhin in irgendein simuliertes Spiel gelegt hat, weil es werden

00:24:48: solche Spiele simuliert, dass jemand eine Antipathie entwickelt für den anderen.

00:24:53: Und wenn draußen jemand Schmerz empfunden hat, der mir vorher etwas angedan hat, zu mir

00:25:01: gemein war.

00:25:02: Wenn man, dann hat man diese Schmerzmatrix weit weniger aktiv gesehen als bei Frauen.

00:25:09: Also Frauen leiden immer mit, auch wenn sie schlecht behandelt worden sind.

00:25:15: Du denkst jetzt was nach, ich sehe in deinen Augen.

00:25:19: Ja, ich habe über Beziehungen nachgesucht, aber mir sind keine Beispiele eingefallen,

00:25:26: damit weiter im Programm.

00:25:28: Jetzt hast du diese Unterschiede angesprochen, was auch die Anatomie angeht, die Größe

00:25:33: angeht, die Dichte angeht, das Gewicht angeht.

00:25:36: Aber du hast auch wirklich gesagt, es heißt jetzt nicht unbedingt, dass es da jetzt in

00:25:44: den Handlungen Unterschiede gibt, oder?

00:25:46: Es ist sehr, sehr schwer zu sagen, dass Männer so sind aufgrund des Gehirns und Frauen so

00:25:55: sind aufgrund des Gehirns.

00:25:56: Ja.

00:25:57: Und was, was gut zu beobachten ist, dass Frauen manchmal ein bisschen anders sind als Männer,

00:26:05: ist aufgrund der hormonellen Tätigkeit.

00:26:07: Okay, also die hormone, die sexuelle Hormone beeinflussen quasi unsere Handlungen.

00:26:12: Definitiv.

00:26:13: Und sie natürlich, sie beeinflussen auch unser Gehirn.

00:26:18: Ja, welche Hormone?

00:26:19: Es geht um zwei Hormone bei den Frauen, die um die Östrogenen und die Gästigenen.

00:26:25: Die Östrogenen werden ausgeschüttet, damit das Ei ranreift.

00:26:30: Und dann, wenn das in der zweiten Phase des Zyklus werden Gästagenen ausgeschüttet,

00:26:36: damit das befruchtete Ei sich einnisten kann und das Kind sich entwickelt.

00:26:41: Und Frauen, die eben in der einen oder anderen Zyklusphase sind, können unterschiedlich

00:26:49: agieren, denken, fühlen und so weiter.

00:26:53: Weil, interessanterweise, diese Hormone eine Rolle spielen bei der Ausschüttung von Botenstoffen.

00:27:00: Zum Beispiel Botenstoff der Ausgeglichenheit, Serotonin, Botenstoff des Glücks, Dopamin,

00:27:09: ihre Ausschüttung wird beeinflusst von den Östrogenen und Gästagenen.

00:27:14: Ja, ich glaube, das kennen wir Frauen alle oder unterschiedlich wie wir uns fühlen,

00:27:18: je nach Zyklusphase.

00:27:19: Ja, eine gleiche Situation, je nach Zyklusphase.

00:27:22: Ja, unterschiedliche Antlungen.

00:27:23: Wir können vollkommen daneben gehen.

00:27:26: Und der arme Mann fragt sich, wie so ...

00:27:30: Was ist denn da schon wieder los?

00:27:31: Was habe ich schon wieder angestellt?

00:27:33: Ja, und bei den Männern, das ist das Dosteron.

00:27:36: Und bei den Männern natürlich das Dosteron und auch das beeinflusst das Verhalten.

00:27:41: Das heißt also, Frau verhält sich immer anders als Mann.

00:27:47: Und das Dosteron-Einflusst wissen wir, dass Männer oft gar nicht wirklich so genau wissen,

00:27:53: was sie gerade tun.

00:27:54: Warum bist du so?

00:27:55: Ich will jetzt natürlich nichts über Männer sagen, weil es gibt auch Frauen, die auch

00:28:01: nicht wissen, was sie gerade anrichten, aber ist egal.

00:28:05: Auf jeden Fall ist es schon sehr interessant zu beobachten, dass das Gehirn natürlich von

00:28:11: den Hormonen stark beeinflusst wird.

00:28:14: Das ist schon ein nachweisbarer Unterschied.

00:28:17: Jetzt sagst du die Hormone, nehmen Einfluss auf unsere Handlungen.

00:28:22: Wir haben auch über die Unterschiede in der Anatomie im Gehirn gesprochen oder des Gehirns

00:28:28: gesprochen.

00:28:29: Wie sehr sind diese Unterschiede angeboren oder beeinflusst unser Umfeld, wie sich unser

00:28:37: Gehirn entwickelt und wie groß es wird zum Beispiel?

00:28:40: Also, das gilt für Männer und Frauen gleich.

00:28:43: Die Genetik spielt eine Rolle, aber auch die Prägung spielt eine große Rolle.

00:28:52: Und das ist komplett unabhängig, ob es Bub oder Mädchen ist.

00:28:55: Zur Entwicklung von Fähigkeiten, von Verhaltensweisen.

00:29:02: Das ist immer dieses Zusammenspiel "Nature and Nurture", wie man so in der Fachsprache

00:29:08: sagt.

00:29:09: Da gibt es ja auch dieses Buch.

00:29:10: Dort ist gerade Google-In, die Männer kommen vom Mars und die Frauen von der Venus.

00:29:17: Von Venus, ja.

00:29:18: Der Kollege hat gesagt, dass sie es sogar von Wissenschaftlerinnen verfasst und Wissenschaftler

00:29:25: sind.

00:29:26: Das weiß ich nicht.

00:29:27: Aber jemand hat mir mal das Buch empfohlen vor vielleicht 20 Jahren, wie ich noch meine

00:29:32: Travels gehabt habe, damit ich die Männerwelt besser verstehe.

00:29:36: Travels.

00:29:37: Und ich weiß nicht, ob ich das jemals gelesen habe, weil das ist wahrscheinlich so irrelevant

00:29:42: für mich gewesen.

00:29:43: Wir kennen da die Unterüberschrift, als unseren Schlusssatz verwenden von diesem Buch.

00:29:49: Ja, ich sag.

00:29:50: "Tausend und ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern".

00:29:54: Ah, okay.

00:29:55: Gut.

00:29:56: Lass mir das so stehen.

00:29:57: Gute Schlussworte.

00:29:58: Dann sagen wir, vielen Dank fürs Zuhören.

00:30:00: Ich sage noch einmal "tausend und ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern".

00:30:04: Und wir beide freuen uns natürlich über gute Bewertungen.

00:30:08: Und über Empfehlungen.

00:30:10: Dankeschön und auf Wiederhören!

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