#40: Elternliebe hat Alleinstellungsmerkmal und ist wichtig für die psychische Gesundheit
Shownotes
Die Bindung zwischen Eltern und ihrem Kind ist ein tief verwurzeltes Gefühl. Diese Elternliebe hat auch langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und wird durch neurowissenschaftliche Prozesse unterstützt. Eine starke emotionale Bindung stärkt das Selbstwertgefühl, die soziale Kompetenz und ist wichtig für die psychische Gesundheit des Kindes.
Wir wirkt sich diese tiefe Zuneigung auf das Gehirn der Kinder aus? Welche Kriterien spielen eine Rolle? – darüber sprechen Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia und Moderatorin Katrin Wachauer.
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00:00:00: Gehirn einfacher Klerz. Der Podcast für alle mit Köpfchen.
00:00:05: Herzlich willkommen. Schön, dass ihr mit dabei seid. Mein Name ist Katrin Wachauer.
00:00:10: Ich bin Moderatorin uns. Mein Name ist Manuela Matschidani und ich bin
00:00:13: Nahrerwissenschaftlerin. Podcasterin. Wie du? Bucharttorin, Spickerin. Du bist die
00:00:20: Insiderin, was die Nahrerwissenschaften angeht. Ich bin die
00:00:22: Out-Siderin. Manuela, was ist derzeit los in deinem Leben? Lass uns teilhaben.
00:00:28: Was ist derzeit los? Also das, was von allgemeinen Interesse los ist.
00:00:35: Alles andere ist gar nicht. Bei dem anderen ist es gar nicht.
00:00:39: Bei dem anderen ist es gar nicht. Bis normalen Menschen. Also was ich glaube, was die
00:00:43: unsere Hörerinnen und Hörer interessieren kann, sind meine nächsten
00:00:48: Konferenzen. Weil die sind für mich auch Fortbildungen. Ich hol mir von diesen
00:00:53: Konferenzen immer neuen Stoff, sozusagen, den ich dann auch präsentiere, der auch
00:00:59: dann in meine Bücher fließt. Und ich habe mich für zwei angemeldet.
00:01:06: Eine findet in Boston statt. Cool. Im Ende März fliege ich hin. Da werde ich mir auch
00:01:14: Harvard anschauen. Das erste Mal in meinem Leben. Ich war noch nie in Harvard.
00:01:19: Weil zu dieser Konferenz wäre ich geflogen 2020 Ende März. Genau Corona.
00:01:26: Und zuerst war ich auf eine andere Konferenz nach Toronto geflogen und dann
00:01:31: nach der Konferenz wäre ich dann weiter nach Boston. Aber dann wurden beide
00:01:34: Konferenzen abgesagt, wie ich schon in Toronto war. Also bin ich in, glaube ich,
00:01:39: 38 Stunden Linz Toronto-Retour geflogen. Genau. Tolle Ausflug.
00:01:45: Kurz Ausflug nach Toronto. 38 Stunden. Eine Nacht, eine kurze Nacht in Toronto
00:01:52: geschlafen und für eine ganze Woche bezahlt. Aus einem Artusch verstärkt.
00:01:57: Also dieser Konferenz ist einer der größten weltweit von der Society of
00:02:03: Cognitive Neuroscience. Genau die Konferenz für mich, also Neurowissenschaft
00:02:09: aus Kognitive Versicht, also all das was wir denken, fühlen, lernen und so weiter.
00:02:14: Und da freue ich mich schon sehr darauf, weil es eben so ein bunter Mix ist und
00:02:19: ich gehe überall hin, auch wenn es nicht mein eigener Schwerpunkt ist.
00:02:22: Weil da hole ich mir immer natürlich alles Neue, was weltweit sich abspielt.
00:02:27: Und da ja. Aber ist es so, kann ich mir das so vorstellen, ich war noch nie auf
00:02:32: so einer Konferenz, dass da einfach ganz irrsinnig viele Vorträge gibt, wo man
00:02:37: sich einfach hineinsetzen kann quasi. Genau. Ein ganzen Tag über. Gleichzeitig
00:02:41: mehr, vermutlich. Richtig. Also überall kannst du gar nicht gehen.
00:02:44: Nein, nein, weil wir gleichzeitig sind. Also man zahlt, ich weiß jetzt nicht genau
00:02:49: wie viel bei dieser aber um ein Tausender für vier, fünf Tage, also
00:02:53: tausend Euro und du hast den vollen Zugang zu allem, wo du hin willst.
00:02:58: Und ich bin natürlich Gedechnisch-Spezialistin, ich werde mir natürlich
00:03:02: die letzten Entwicklungen der Gedechnisforschung anschauen, aber
00:03:06: dann interessieren mich alle Themen, weil es so spannend ist, das Gehirn wird
00:03:11: nie aufhören, zu untersuchen und daraus zu lernen. Und viele Themen, die wir hier
00:03:18: besprechen, hole ich mir eben auf solchen Konferenzen. Und auf den Bühnen quasi die
00:03:23: Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ganz genau. Also es kommen zu solchen
00:03:28: Konferenzen wirklich, es kommt die Creme de la Creme aus der ganzen Welt.
00:03:32: Ja und dann gibt es noch eine Konferenz, aber ich werde eh berichten.
00:03:36: Also wenn mir die Hörerinnen und Hörer followen auf Instagram, da mache ich auch
00:03:42: immer viele Storys. Manuela Macedonia. Also auf Facebook bin ich auch, aber nur mehr
00:03:49: Peripher. Also ich bin, ich muss mich konzentrieren, weil sonst geht zu viel
00:03:53: Zeit drauf. Aber auf Instagram poste ich auch immer, was ich Neues erfahre, während
00:03:58: der Konferenz. Ist auch interessant. Also letztes Mal in Montreal,
00:04:03: 2023 waren viele, die mir dann gesagt haben, war ganz interessant, was sie
00:04:07: alles uns erzählt haben. Und dann fahre ich auch noch, fliege ich nach Oslo im Juni.
00:04:14: Oh. Ja, da ist nämlich... Teuer. Ja, auch. Da zahl ich auch alles aus eigener Tasche.
00:04:21: Da ist nämlich auch eine Konferenz der skandinavischen Gesellschaft für
00:04:28: neue Wissenschaften. Und da werde ich zwei Personen sehen. Also das ist ein Nobelpreisträger,
00:04:36: das ist etwa Moser, Nobelpreisträger für die Entdeckung der Gitterzellen im
00:04:44: Hypokampus. Auf das können wir vielleicht einmal noch eingehen. Und die
00:04:48: andere Person auf sie, sind wir schon eingegangen, ist Maiken Neda-Gort,
00:04:53: Entdeckerin des klimatischen Systems. Und die werde ich auch mal live erleben.
00:04:57: Also Fanmoment für dich. Fanmoment, ja.
00:05:00: Gehst du dann nach hinten und fragst, was du nach einem Selfie gemacht hast?
00:05:04: Ich bin kein Selfie-Mensch. Und ich habe wahrscheinlich eine einzige Person in der
00:05:10: Wissenschaft gebeten, mit mir ein Selfie zu machen bis jetzt. Und das war Tracy Bale.
00:05:19: Professor Tracy Bale, das war in Chicago vor ein paar Jahren und sie kommt mir
00:05:28: entgegen, weil sie ist eine Wissenschaftlerin, die soziales Verhalten
00:05:32: beforst, also großartige Wissenschaftlerin. Und ich hatte schon ein paar Jahre davor
00:05:38: in San Diego gesehen und die hat einen fulminanten Vortrag gehalten. Und dann auf
00:05:43: einmal kommt sie mir entgegen, ganz alleine.
00:05:45: Und ich sage, Doktor Bale, sie ist, können wir bitte ein Selfie machen?
00:05:53: Selfie-Selfie.
00:05:56: Und wir waren beide schon so abgekämpft vom Tag.
00:05:59: Was ist das so, ein bisschen ölig im Gesicht.
00:06:03: Also hinter früh beginnst du so in solchen Konferenzen,
00:06:06: gehst um 7 Uhr aus dem Hotelzimmer raus und du kommst am Abend um 20 Uhr zurück.
00:06:11: Und das war so gegen halb sieben vielleicht, also 18.30 Uhr und beide total
00:06:17: ölig schon im Gesicht und abgekämpft und ich wollte sofort posten und dann
00:06:22: habe ich drauf geschaut und ich habe gedacht, nein.
00:06:24: Ach, geht das jetzt zumindest echter?
00:06:27: Ja, okay.
00:06:28: Vielleicht jetzt mit einem Filter, aber damals hat es noch keine Filter gegeben vor sechs, sieben Jahren.
00:06:35: Okay, aber man merkt mit welcher Euphorie du da über deine Konferenzen spricht.
00:06:39: Ich liebe das und ich liebe auch diesen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, weil es so großartig ist.
00:06:46: Und manche Leute opfern ihr ganzes Leben, weil sie einfach wirklich, sie arbeiten keine 40 Stunden,
00:06:54: die müssen 60, 70 Stunden pro Woche arbeiten, damit sie den Output liefern.
00:06:58: Machst du auch?
00:06:59: Ja, ja.
00:07:01: Ich bin aber nicht so...
00:07:03: Bist du nicht die Creme de la Creme?
00:07:05: Genau, ich bin nicht die Creme de la Creme geworden.
00:07:08: Aber diese Leute haben wirklich drei Gänge mehr und ihnen so nahe zu begegnen und mit ihnen sich zu unterhalten
00:07:16: und so, das gibt mir so viel.
00:07:18: Also ich liebe das Konferenz-Flinger.
00:07:21: Ich bin danach, zwei Wochen danach bin ich streichfähig, weil es einfach so anstrengend ist.
00:07:27: Aber ich freue mich riesig drauf und ich bin auch bereit, richtig Geld hineinzustecken,
00:07:33: weil das ist einfach meine Fortbildung.
00:07:35: Das heißt Boston und Oslo stehen an für dich?
00:07:39: Ja, sind schon fix.
00:07:41: Okay, ja ich habe keine Konferenzen vor mir, aber auch irgendwann im März, dann Urlaub.
00:07:46: Auch ganz wichtig fürs Gehirn.
00:07:48: Für ganz wichtig zum Spannen.
00:07:50: Ja, wir werden dann eben nachhinein darüber reden, was du erlebt hast und was ich erlebt habe.
00:07:55: So machen wir es.
00:07:56: Und heute sprechen wir auch über ein ganz großes Thema, ein ganz wichtiges Thema.
00:08:01: Ja, ein ganz wichtiges Thema.
00:08:04: Heute geht es um die Liebe, also die Liebe der Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt, also die Elternliebe.
00:08:11: Es ist eine wahnsinnig starke Liebe, aber aus der neurowissenschaftlichen Sicht gibt es ja überhaupt keine Forschung eigentlich.
00:08:20: Hat der Einstieg jetzt eigentlich in die Thematik?
00:08:23: Doch, doch, doch, es gibt Forschung.
00:08:27: Aber man kann jetzt nicht sozusagen das Thema so beforstchen, man muss so Teile davon neurowissenschaftlich angehen.
00:08:37: Und das, was man so allgemein sagen kann, und das können auch die meisten Psychologen sagen, weil es gibt psychologische Forschung dazu.
00:08:47: Das Elternliebe als Basis eines glücklichen Lebens des Kindes ist.
00:08:54: Wie ist das gemeint?
00:08:56: Das gemeint ist, dass wenn man Elternliebe erfährt, dass man eine stabile Psyche hat, dass man bessere geistigen Fähigkeiten hat und dass man auch bessere soziale Fähigkeiten hat.
00:09:10: Und heute können wir leider nur, leider nur, aber es ist ja nicht zu Ende der Podcast, wir können nur auf die stabile Psyche heute eingehen.
00:09:20: Ja, es ist ein ganz großes Thema generell.
00:09:22: Das heißt, die Elternliebe ist immens wichtig, wenn wir jetzt über die stabile Psyche sprechen, wie kann die gefördert werden von den Eltern jetzt in Bezug zu ihren Kindern?
00:09:36: Die Evolution hat uns mit Mechanismen ausgestattet, die wir gar nicht lernen brauchen.
00:09:42: Also, wenn das Kind weint, was macht man automatisch?
00:09:46: Man nimmt es auf, man drückt es, man streichelt es, man bustet es ab, man spricht mit dem Kind.
00:09:53: Also, Körperkontakt ist das, was die Psyche des Kindes stabil macht. Also, liebevoller Körperkontakt.
00:10:03: Das ist ja auch so nach der Geburt oder? Das Kind überreicht man sofort der Mutter und legt das quasi so auf den nackten Oberkörper.
00:10:09: Genau, das ist die Praxis, aber was sollte anders sein, als die Mutter ihr Kind annimmt und rückt und liebt Kost.
00:10:19: Und das Kind, das jetzt draußen ist und nicht mehr im geschützten Bereich, wo es neun Monate drinnen war und wo die Geräusche nur sehr gedämpft durchgekommen sind,
00:10:30: sind jetzt seine ganzen Organe spürt und die Geräusche hört etc.
00:10:37: Was ist für ein Kind das Wichtigste in dem Moment?
00:10:41: Dass das Kind wieder den Herzschlag der Mama hört und die Nähe und beschützt wird.
00:10:47: Und das sind evolutionäre Mechanismen, die wir nicht lernen brauchen.
00:10:51: Die sind einfach da, weil die Evolution sehr wohl weiß, wie ein Kind optimal groß wird.
00:10:59: Und das wird uns einfach mitgegeben.
00:11:01: Das heißt, die Berührungen sind ja vom ersten Tag an extrem wichtig.
00:11:10: Ganz viel Zuneigung, dem Kind ganz viel Liebe schenkt.
00:11:14: Richtig. Und die Liebe kann das Kind in dem Moment, also wenn ein Kind noch nicht sprechen kann, noch nicht die Sprache versteht und und und.
00:11:21: Wie kann man lieber ausdrücken durch diese evolutionären Mechanismen?
00:11:26: Denn, und das sieht man auch bei den Tieren.
00:11:29: Man braucht nur bei den Tieren schauen, wenn eine Katze Jungen bekommen hat.
00:11:35: Die Katze will sie herzen, sie muss sie putzen, sie muss in ihre Nähe sein und weh.
00:11:42: Du willst hingreifen, es kann sein, dass du gekratzt wirst.
00:11:45: Weil die Katze einfach so dieses Verhalten einfach Intus hat.
00:11:51: Die Kinder beschützen und herzen.
00:11:54: Also meine Päppi läuft davon von mir.
00:11:57: Da warst du keine gute Katzenmama.
00:12:00: Ja doch.
00:12:01: Ja, das kommt gut. Da muss man die Päppi fragen.
00:12:04: Auf jeden Fall.
00:12:06: Der Körperkontakt ist interessant. Warum Körperkontakt?
00:12:10: Weil Körperkontakt zur Ausschütterung von Oxytocin führt.
00:12:14: Oxytocin ist das Bindungshormon.
00:12:18: Bindungshormon ist entdeckt worden bei Tieren, die gesäugt haben.
00:12:25: Also zunächst bei Nagetieren.
00:12:27: Und man hat dann gesehen, die Mutter, die säugt, nimmt ein spezielles Verhalten an.
00:12:32: Also das Verhalten der Brutpflege.
00:12:35: Und die Brutpflege bei Nagern drückt sich so aus, dass die Mutter sich aufstellt
00:12:40: und einen runden Rücken macht.
00:12:43: Also sie sitzt und die Kinder kriegen alle den Zugang zu den Zitzen.
00:12:48: Also das nennt man Arched Back Nursing.
00:12:52: Also der gekrümmte Rücken, damit jedes Kind eine Zitze bekommt.
00:12:56: Mütter, die gestört sind, legen sich auf eine Seite.
00:13:00: Das habe ich nämlich in einem Video auf einer Konferenz gesehen.
00:13:03: Die Mutter, die gestresst wurde und gestört ist, legt sich auf eine Seite
00:13:07: und hat nur eine Zitzenreihe offen.
00:13:10: Und jene Kinder, die weniger stark sind, verrungen dann irgendwann mal.
00:13:15: Weil sie legt sich hin und die Starken kriegen ihre Zitzen, die anderen nicht.
00:13:19: Und die sterben dann, also man hat das in diesem Video gesehen,
00:13:23: also die liegen dann irgendwo im Sterben oder sie sind schon tote,
00:13:26: weil sie einfach keine Milch kriegen.
00:13:28: Und genau, und die Mutter, die nicht gestört ist, stellt sich hin,
00:13:33: macht diesen krummen Rücken und dann tut sie auch die Kinder so Herzen,
00:13:38: das nennt man Grooming, also ein bisschen Putzen.
00:13:41: Und das, was wir zum Beispiel als Menschen als Busse geben, deuten.
00:13:46: Also diese herzliche Liebe, die von der Mutter ausgeht.
00:13:52: Und jetzt, wenn eben dieser Körperkontakt da ist, schüttet man Oxytocin aus,
00:13:58: das Kind schüttet es auch aus, die Mutter, bei ihr wird es extra angeregt,
00:14:03: durch das Nugeln an der Brustwarze.
00:14:06: Und dann binden sich Mutter und Kind.
00:14:09: Das heißt, das Stillen ist ja einer der ersten Berührungen eigentlich,
00:14:13: eine ganz, ganz wichtige Berührung.
00:14:17: Die wichtigste.
00:14:18: Wie ein Wundermittel, oder?
00:14:20: Wahrscheinlich, ja.
00:14:21: Ist ein Wundermittel, würde ich sagen.
00:14:23: Aber interessant ist zu wissen, dass das Oxytocin, Stresshormonkortisol, neutralisiert.
00:14:32: Das ist der Grund, warum auch irgendwie, wie soll man sagen, automatisch,
00:14:39: ein Kind, das weint, aufgenommen wird und liebt, koßt wird.
00:14:44: Ein Kind, das in der Nacht schlecht geträumt hat und so den Eltern geht.
00:14:48: Und spät geht es ja, darf dort liegen bleiben.
00:14:51: Genau.
00:14:52: Am besten ist, man öffnet sich dem Kind und man streichelt das Kind um Bussels ab,
00:14:58: damit diese Cortisol-Ausschüttung neutralisiert wird durch den Körperkontakt.
00:15:05: Dann schlafen wahrscheinlich die Eltern die ganze Nachtnummer, aber das Kind schläft ruhig.
00:15:09: Und das ist aber auch notwendig, weil wenn das Kind regelmäßig solche Cortisol-Ausschüttungen hat,
00:15:14: verändert das die Architektur des kindlichen Gehirns.
00:15:19: Das heißt, das Gehirn, ja, das Gehirn ist ja nicht eins für alle Male gebildet.
00:15:24: Das Gehirn ist plastisch.
00:15:26: Boah, Gott hat gelernt.
00:15:29: Das heißt, kann sich ein ganzes Leben lang verändern, aber natürlich umso mehr verändern
00:15:35: es sich in der Kindheit.
00:15:36: Jetzt ist das Kind ständig unter Cortisol-Ausschüttung, weil es zum Beispiel ein Stress hat
00:15:42: mit anderen Menschen oder Träume oder Albträume oder sowas.
00:15:47: Und man schickt das Kind weg, dann bleibt das Cortisol im kindlichen Körper.
00:15:51: Und es kann sein, zum Beispiel, dass die Mandelkerne sich verändern, zum Beispiel, dass sie entweder
00:15:57: größer werden.
00:15:58: Das ist die Emotion.
00:15:59: Ja, genau, sieht die Emotion.
00:16:00: Mandelkerne.
00:16:01: Gut, gut.
00:16:02: Sieht die Emotion, ja.
00:16:05: Also ein Kind, das ständig unter Cortisol steht, kann größere Mandelkerne entwickeln,
00:16:11: die dann aber auch in der Funktion anders sind.
00:16:13: Das heißt, das Kind ist in permanenter Alarmbereitschaft.
00:16:17: Ein Kind, das ständig Stress hat, ist ein Kind, das sich in diese Richtung entwickelt,
00:16:24: dass es ständig aufpasst.
00:16:25: Weil das Kind fühlt sich bedroht.
00:16:29: Und da muss es auch adäquat reagieren.
00:16:32: Das macht alles einen Sinn.
00:16:33: Können sich die Mandelkerne auch in den Gegengesetzte Richtung entwickeln?
00:16:38: Natürlich.
00:16:39: Natürlich.
00:16:40: Genau, umgekehrt kann es auch passieren, dass diese Cortisol-Ausschüttung die Mandelkerne
00:16:45: schrumpfen lässt.
00:16:47: Und dadurch ist das Kind weniger emotional da.
00:16:51: Das heißt, das Kind empfindet dann auch weniger Emotionen, weil es muss sich auch schützen.
00:16:57: Das heißt, es muss sozusagen die Stressreaktion über die Mandelkerne dann steuern.
00:17:04: Und dadurch werden sie kleiner und dann ist es ein Kind, das vielleicht weniger lieben kann
00:17:10: als erwachsener Mensch.
00:17:12: Eventuell, es ist jetzt kein Urteil, aber die Forschung spricht davon.
00:17:19: Und das heißt also, dass was Eltern geben können, um eben die Psyche der Kinder stabil zu machen,
00:17:27: ist einfach diese Zuwendung, diese Zuneigung, dieses Liebevolle.
00:17:31: Weil dadurch ist Cortisol, hat Cortisol weniger Platz im Gehirn der Kinder.
00:17:36: Wenn wir noch einmal zum Stil zurückgehen, ja, da geht es einerseits natürlich um Oxidozin,
00:17:42: das ausgeschüttet wird.
00:17:44: Andererseits geht es da eigentlich dann auch schon ums Mikrobiom.
00:17:48: Genau, genau.
00:17:49: Ja, das Mikrobiom ist das, was man früher die Darmflora genannt hat.
00:17:55: Das Mikrobiom besteht aus aber Milliarden von Lebewesen, die in unserem Darm sind.
00:18:03: Bakterien, Pilze, Viren, ja, und die haben im erwachsenen Mensch auch ein Gewicht, 1,5 Kilo.
00:18:10: 1,5 Kilo.
00:18:11: Ist das so dieses Abwehrsystem des menschlichen Körpers?
00:18:14: Das Immunsystem wird vom Mikrobiom gesteuert.
00:18:19: Das heißt, also habe ich ein schlechtes Mikrobiom, das heißt ein dysbiotisches,
00:18:24: wo die Bakterien und die Pilze und so weiter nicht optimal zusammenarbeiten.
00:18:30: Und dann habe ich zum Beispiel ein Reiz, kann sein, dass ich ein Reizdarm habe,
00:18:35: oder ständige Verstopfung.
00:18:37: Und das führt auch dazu, dass wenn der Darm nicht optimal funktioniert,
00:18:41: dass ich auch andere Krankheiten entwickeln kann.
00:18:43: Ist der Körper generell anfällig für Infekte zum Beispiel?
00:18:48: Für Infekte richtig, aber auch für schwerere Sachen wie zum Beispiel Autoimmunerkrankungen.
00:18:54: Also das Mikrobiom ist die Basis unserer körperlichen Gesundheit.
00:18:59: aber auch unsere geistigen Gesundheit und psychischen Gesundheit. Und zwar ist es so,
00:19:07: also das Mikrobiom bildet, also der Darm des ungeborenen Kindes ist noch frei aller Bakterien.
00:19:17: Die Besiedlung beginnt im fünften Lebensmonat, circa, wenn das Kind den Mund aufmacht und Fruchtwasserschluck.
00:19:25: Also im Bauch noch. Genau. Und deswegen ist auch wichtig, dass sich Mütter gut ernähren und abwechslungsreich
00:19:33: ernähren, damit ihr eigenes Mikrobiom auch das Mikrobiom vom Kind beeinschlust. Das ganze erkläre ich im Detail.
00:19:43: In meinem Buch ist ich gut. Versteckte Verwaltung, Achtung, Bling, Werbung, Bling.
00:19:51: Ja, aber für jene, die da genauer wissen wollen. Und das Mikrobiom wird dann weiter aufgebaut,
00:19:58: wenn das Kind durch den Geburtankanal geht. Und das Kind macht natürlich den Mund auf,
00:20:05: währenddessen, weil es auch anstrengend ist, fürs Kind auf die Welt zu kommen und nimmt dann auf
00:20:11: die ganze Bakterienwelt des Geburtankanals. Und das besiedelt wiederum den Darm. Und die Dritte
00:20:20: Möglichkeit, die das Kind hat, ist über die Muttermilch. Also der dritte Schritt ist quasi durch
00:20:26: das Stillen. Genau, das Stillen. Und dann, es gibt auch noch mehrere Stufen, aber auf jeden Fall das
00:20:33: Stillen ist enorm wichtig. Denn wenn das Kind als Baby schon ein gutes Mikrobiom hat, dann ist das
00:20:43: Kind weit weniger anfällig für psychische Erkrankungen. Wenn du sagst, das Mikrobiom ist so wichtig für die
00:20:49: Psyche, wie meinst du das? Ja, ich meine, also die Psyche wird ja gesteuert von, unter anderem,
00:20:58: vom Brotenstoff. Wir wissen, dass eine stabile Psyche ausreichend Serotonin hat.
00:21:05: Für die Ausgeglichenheit, oder? Genau, das ist der Brotenstoff der Ausgeglichenheit. Und dieser
00:21:11: Brotenstoff, das haben wir schon sicher ein paar Mal besprochen, wird im Gehirn zu 10% ausgeschüttet,
00:21:19: aber zu 90% kommt es vom Darm. Und zwar haben wir im Darm die sogenannten entterochromaphinen Zellen,
00:21:31: das sind Gehirnzellen, die leben im Diktarm, und sie produzieren eben dieses Triptophan, das ist die
00:21:41: Vorstufe vom Serotonin. Aber sie machen das nicht mechanisch, sondern sie kriegen ein Signal
00:21:49: von den Milchsäurebakterien. Und dieses Signal von den Milchsäurebakterien kommt nur, wenn diese
00:21:59: Bakteriengemeinschaften gesund sind. Das heißt also, das Stillen des Kindes führt eben zu einem
00:22:08: guten Mikrobiom, wo ausreichend Milchsäurebakterien da sind. Nicht umsonst, zum Beispiel, also wenn
00:22:17: die Hörerinnen und Hörer nachdenken, viele Menschen werden nach einer Antibiotikakur werden
00:22:24: ein bisschen depressiv. Ja, da heißt es immer Probiotika nehmen. Ganz genau. Also es heißt immer,
00:22:31: man soll ausreichend Joghurt essen, damit eben diese Darmbakterien, heißt es immer, nachgeforschtet
00:22:42: werden, weil die Antibiotika Kahlschlag betreiben. Also es ist die dort die schlechten Bakterien im
00:22:48: Körper, aber auch die guten, die im Darm sind. Und wenn die guten Bakterien, diese Milchsäurebakterien
00:22:55: auch getötet werden, dann wird weniger Serotonin ausgeschüttet, weil sie ja das Signal an
00:23:03: diese speziellen Zellen, an diese Gehirnzellen, die im Darm sind, nicht schicken können. Weniger
00:23:08: Milchsäurebakterien, weniger Signal, weniger Serotonin wird produziert. Also tryptophan,
00:23:14: das dann durch den ganzen Körper reißt und dann von Gehirn aufgenommen wird und dann
00:23:21: verwandelt in Serotonin. Aber ich will damit nur sagen, wenn die Kinder die Muttermilch trinken,
00:23:27: dann haben sie natürlich jeden Tag ein paar Lieferungen, sehr guter Milchsäurebakterien,
00:23:33: die ihre Psyche stärken. Und wenn man eine gesunde Psyche hat, hat man auch die Kraft,
00:23:41: in der Schule zu lernen, man spielt gerne, man ist offen und so weiter. Das gibt auch
00:23:49: depressive Kleinkinder. Das hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Ja, ist das so, wenn
00:23:53: du jetzt sagst depressive Kleinkinder, wenn die Elternliebe nicht groß genug ist, das Kind nicht
00:23:59: genug Zuneigung erfährt, kann es dann, will es dann depressive? Also es ist jetzt nicht die Regel,
00:24:07: die wir aufstellen, aber je mehr Liebe ein Kind erfährt, es kann natürlich auch die Großelternliebe
00:24:14: sein. Wenn die Eltern nicht da sind, warum auch immer. Aber es gibt Bezugspersonen, die das Kind
00:24:20: wirklich lieben, die das Kind herzen, die das Kind streichklingen, abbusseln und und und all das,
00:24:26: was man in der normalen Vorstellung kennt. Dann sind auch Großeltern gut genug, sagen wir. Also
00:24:35: es müssen nicht unbedingt die eigenen Eltern sein, aber das Kind sollte für seine Gehirnentwicklung,
00:24:40: für seine stabile Psyche möglichst viel Liebe erfahren. Jetzt haben wir sehr viel von der
00:24:47: Mutter gesprochen, von der Mama, die stilt, die das Kind zu sich quasi hernimmt, machen das alles,
00:24:54: die Frauen, jetzt hast du schon gesagt, es können zum Beispiel auch die Großeltern sein. Wie wichtig
00:24:58: ist die Rolle jetzt vom Papa zum Beispiel? Also in dieser Angelegenheit, also in der Oxytocie,
00:25:04: also die Rolle, ich möchte einfach gerade aussagen, der Papa ist sehr sehr sehr wichtig.
00:25:08: Ja, auch wenn er nicht stillen kann. Obwohl mein Papa schon lange im Paradies ist, bin ich
00:25:16: ihm ewig dankbar, dass er mir so viel Liebe zukommen hat lassen. Also war der beste Papa
00:25:22: der Welt. Danke, Papi. Wollte ich einmal so korre publikos sagen. Es ist oben angekommen.
00:25:28: Also früher hat man gedacht, dass nur Frauen Oxytocin ausschütten können und 2010er Jahre
00:25:38: sind einige Experimente gemacht worden, wo man die Interaktion mit Kindern, also Väter und
00:25:45: Kindern getestet hat. Und man hat, man kann Oxytocin messen im Blutplasma, im Speichel und im Urin.
00:25:54: Und man hat gesehen, dass wenn Kinder, also wenn Väter ihre Kinder gestreichelt haben und
00:26:03: geherzt haben und so weiter, dass die Väter Oxytocin hatten und Cortisolabbau betrieben haben.
00:26:12: Okay, also Win-win. Win-win, genau. Und bei den Kindern vermutlich auch. Und bei den Kindern
00:26:17: bestimmt auch. Also das war jetzt zum Beispiel ein Experiment aus dem Jahr 2011, aus einer ganz
00:26:23: prominenten Zeitschrift Development of Science. Und das ist das, was man immer schaut, wenn es um
00:26:32: Kinder geht, also Kinder in ihrer Entwicklung. Und noch etwas möchte ich erwähnen. Eine Wissenschaftlerin,
00:26:40: die ich sehr, sehr schätze. Ich habe bei ihr in Barcelona 2013 einen Workshop gemacht. Das
00:26:48: ist die Katharina Braun. Sie war früher im Makterburg. Ich glaube, sie wird mittlerweile in
00:26:54: Pension sein, schätze ich. Und Katharina Braun hat immer an Tieren-Experimenten gemacht über ihr
00:27:02: soziales Verhalten. Und sie hat mit Degus gearbeitet. Die sind so südamerikanische Nager. Die
00:27:08: schauen ein bisschen aus wie ein Chinchilla. Und sie sind sehr soziale Tiere. Deswegen hat sie sich
00:27:15: auch für sie entschieden. Und bei den Degus ist der Papa sehr wichtig. Denn er übernimmt 37% - das
00:27:23: können wir ziemlich genau - oder sie sagt das ziemlich genau gesagt - 37% der gesamten Brutpflege.
00:27:29: Also das ist schon relativ 40% der Brutpflege. Okay, also fast 50, fast fast. Und diese Degu-Papas
00:27:43: sind sehr bemüht mit den Kindern auch zu spielen. Also sie nicht nur zu Herzen mit ihnen zu guschen,
00:27:51: sondern sie auch am Rücken zu tragen. Also ich habe ganz liebe Videos gesehen, wo diese Degu-Papas
00:27:56: sich sozusagen in der Kinderbetreuung ausgetopft haben. Und dann hat man, hat die Katharina Braun,
00:28:05: die Gehirne der Degu-Kinder untersucht. Also die mit Papapflege und ohne Papapflege
00:28:16: aufgewachsen sind. Und die Degus ohne Papa, das heißt die deprived children, also die jene,
00:28:25: die kein Papa hatten, hatten signifikant, das heißt bedeutend, weniger den dritten Dornen auf ihren
00:28:36: Zellen. Was bedeutet das? Also Zellen vernetzen sich, die Gehirnzellen vernetzen sich. Und auf den
00:28:45: Fortsätzen sind sogenannte Synapsen. Ja, das sind die Kontaktstellen zwischen der einen und
00:28:58: der anderen Zelle. Und diese Synapsen fangen an zu entstehen über sogenannte den drittischen
00:29:04: Dornen. Das heißt es ist Anfang der Synapse, sagen wir so. Und Kinder, die nicht von ihren Degu-Papas
00:29:12: geherzt und bespielt wurden, hatten signifikant, also bedeutend weniger, solche Synapsenansätze. Und das
00:29:22: bedeutet, dass diese Kinder auch weniger gut lernen. Weil sie weniger schnell ein Netzwerk
00:29:27: bilden können. Genau, ganz genau. Und weniger Kommunikation unter Gehirnzellen haben. Okay,
00:29:34: da zeigt sich, wie wichtig der Papa ist an diesem Experiment. Absolut. Gibt es auch andere
00:29:39: Experimente, was die Elternliebe angeht? Ja, es gibt vielleicht keine in unserer
00:29:45: Hörerinnen und Hörer, die Psychologie studiert haben. Vielleicht kennen sie Harry Hallow,
00:29:51: geboren 1905, gestorben 1981. Vielleicht können sie sie in Google. Und er hat Verhaltensexperimente
00:30:03: zu Elternliebe gemacht. Denn in den, also Mitte des folgen Jahrhunderts, hat es immer
00:30:08: geheißen, ein Kind braucht eigentlich nur Nahrung. Und dann wird das Kind, also keine Liebe. Genau.
00:30:15: Also Liebe ist nicht notwendig. Man muss das Kind nur füttern, genug. Und jetzt hat er unsere
00:30:23: nächsten Verwandten hergenommen. Die Affen. Der armen Affen, ja. Und hat der Babyaffen genommen. Ich
00:30:31: glaube, das waren, ich kann mich nicht so genau erinnern, aber es waren wahrscheinlich Resus-Affen,
00:30:37: Babys. Und so Ende 50er Jahre hat ein paar solche Experimente genommen, um die Mutter-Kind-Bindung
00:30:45: bei den Affen zu untersuchen. Und er hat Folgendes gemacht und unsere Hörerinnen und Hörer können
00:30:53: vielleicht ins Netz gehen und nach Videos suchen von Hallo. Und da gibt es noch ein paar im Umlauf.
00:31:01: Und er hat nämlich Folgendes gebastelt. Er hat die Babys gefüttert und dann hat er zwei Mutter-Attrapen
00:31:10: gemacht. Also die waren beide aus so einem Maschen-Draht. Das waren so Drahtgestähle. Ja, Draht. Mit
00:31:19: einem Plastikkopf, das der zwei Augen hatte. Also das Kind konnte vielleicht ein Affengesicht
00:31:27: identifizieren. Und eine Mutter-Attrappe war bestand nur aus Draht, aus diesem Mini-Maschendraht.
00:31:37: Und hatte auch eine Milchflasche angehängt. Und die andere Mutter hatte über dieses Metallgestell
00:31:48: ein Stück Plüsch überzogen bekommen. Und da war aber keine Milchflasche. Aber es kuschelig quasi.
00:31:56: Genau, genau. Und die zweite Mutter war kuscheliger. Ja, und quasi wie das Felderaffen. Genau. Und er hat
00:32:03: dann die Äffchen freigelassen und wo haben sich die Äffchen geklamert? Zur Fellmama. Genau, zur
00:32:08: Fellmama. Obwohl die andere die Milchflasche hatte. Das heißt, da ist die Liebe in diesem Fall
00:32:17: wichtiger als die Nahrung. Genau. Und für ein Baby ist Körperkontakt lieber. Das heißt, das Baby
00:32:23: sucht das, was die Evolution ihm suchen lässt. Die Nahrung ist zweitrangig. Die Babys haben sich
00:32:30: da einfach wirklich zu begewuschelt. Ja, das ist so herzens. Also für mich herzens. Hallo,
00:32:35: also wie die ist da was suchen. Herzens sind zu sehen, also wie diese Babys dann am Gestell hängen. Und wenn sie
00:32:42: dann vom Gestell weggenommen werden, also wie sie sich wehren, also Ahmetirchen. Also das hat
00:32:49: mich wirklich, also auch in der Vorbereitung, wie ich diese Videos, die hatte ich schon gesehen im
00:32:54: Studium, aber irgendwie waren sie nicht mehr so präsent. Und jetzt wo ich sie wieder angeschaut
00:32:59: habe, hat es mir wirklich das Herz zerrissen. Ja, zeigt wieder wie wichtig die Liebe ist. Ja,
00:33:06: was ist jetzt eigentlich jetzt, wir haben es vorhin schon kurz angesprochen, zum Beispiel die
00:33:10: Mandelkerne, die sich ja nicht richtig entwickeln, wenn das Kind zu wenig Liebe bekommt. Wie sich
00:33:15: anders entwickeln. Genau, dass sich anders entwickeln, größer sind oder kleiner sind,
00:33:19: gibt es sonst noch andere Regionen im Gehirn, die sich anders entwickeln als sein sollte. Ja,
00:33:25: ja und das werden wir vielleicht in einer anderen Episode ansprechen. Also Regionen,
00:33:31: die für Kognition wichtig sind, zum Beispiel der Hypokampus. Der Hypokampus, der ständig
00:33:38: unter Cortisol-Ausschüttung steht, wird kleiner. Die Kinder lernen weniger gut, weil der Hypokampus
00:33:44: kleiner ist und weniger leistungsfähig ist. Das ist das Gedächtnis quasi. Genau, es gibt zum
00:33:49: Beispiel den Hypokampus, das ist das Sitz des Kurzeitgedächtnisses, der kleiner wird, als er
00:33:57: werden sollte, wenn das Kind ständig unter Cortisol-Ausschüttung ist. Das heißt, das Kind
00:34:01: lernt weniger gut und effizient. Richtig. Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, ganz was
00:34:08: wichtiges Thema unserer heutigen Podcast "Volke von Gehirn" einfach erklärt. Ja, ich hätte gesagt,
00:34:14: wir setzen da forts beim nächsten Mal. Ein spannendes großes Thema. Gibt es noch viel zu besprechen?
00:34:19: Sehr viel zu sagen und ich würde mir wünschen, dass wahrscheinlich dieses Wissen in die Elternkurs
00:34:27: ergeht, damit auch Eltern die richtige Einstellung haben und weil alle Elternteile
00:34:35: wollen ihren Kindern das Beste geben. Aber es gibt manchmal so Strömungen in der Erziehungswissenschaft,
00:34:41: also bei meiner Mutter zum Beispiel. Also ich bin als Frühchen auf die Welt gekommen,
00:34:47: so habe ich schon ein paar Mal gesagt. Ihr wurde gesagt, sie darf mich nur füttern alle paar Stunden
00:34:54: und dann muss sie mich zurücklegen und wenn ich weine, soll sie mich weinen lassen, weil das die
00:35:00: Lungen stärkt. Und damals, ich meine, sie war, sie hat ja schon mal eine Schwester gehabt, das heißt,
00:35:09: sie war nicht Anfängerin, aber trotzdem sie war sehr verunsichert, weil ich ein Frühchen war und
00:35:16: sie hat mir dann irgendwann mal erzählt, als ich gesagt, weißt du, ich habe nicht das gemacht,
00:35:21: was der Kinderarzt gesagt hat. Sobald du den Mund aufgemacht hast, habe ich dich angelegt und
00:35:26: da warst du satt und zufrieden und dann hast du die meiste Zeit bei uns im Bett geschlafen,
00:35:31: weil da war sowieso die Brust schon da, da darf ich nicht mal aufstellen brauchen. Und es ist die
00:35:36: richtige gesunde Einstellung zu einem Kind, weil man braucht nur die Naturvölker anschauen. Die
00:35:43: Naturvölker legen nicht das Baby in ein Extrazimmer und lassen es weinen. Das Baby ist immer da. Ich
00:35:48: war auch bei einigen Naturvölkern und die tragen das Baby immer bei sich. Es ist immer Körperkontakt.
00:35:56: Bei den San, zum Beispiel, in Afrika. Ja, letztes Jahr war ich bei den San, aber ich
00:36:01: habe nicht gesehen, wie sie mit Kindern umgehen. Aber ich war zum Beispiel bei den Samburu in Kenia,
00:36:05: das ist ein Stam, der mit den Masai verwandt ist. Und ich habe dann auch gesehen, wie sie mit den
00:36:12: Kindern umgehen. Und es ist ganz liebevoll. Ich habe dort, ich meine, ich war nur ein paar Stunden,
00:36:18: ja, also sie haben uns durchs Dorf gezeigt, sie haben gezeigt, wie sie das Blut vom Rind abzapfen,
00:36:25: wie sie es zubereiten, was sie essen. Sie haben sich vorbereitet für ein Ritual. Also man hat
00:36:30: gesehen, wie sie sich, wie sie sich bemahlen, wie sie sich die Haare rasieren und so. Und zwischendurch
00:36:36: hat man auch gesehen, ein Kind wird angelegt, das nächste sitzt daneben ganz ruhig zufrieden.
00:36:42: Und dann wird es wieder aufgenommen. Und ich habe damals sogar gesehen, dass die
00:36:47: Mütter, die Kinder haben keine Windeln getragen. Aber es ist so eine Beziehung, Kind, Mutter da,
00:36:52: oder Mutter Kind, die Mütter haben gewusst, wann das Kind gehen muss. Und es war immer angelegt.
00:36:59: Ja, und dann haben sie es weggehalten und das Kind hat das gemacht, was es machen sollte.
00:37:05: Ja, weggehalten einfach. Also vom Körper, sie haben es wahrscheinlich gehört, ich weiß nicht,
00:37:10: vielleicht die eine oder die andere Blähung. Unglaublich. Ja, faszinierend.
00:37:17: Dieser Verbindung Kind tut, aber die kommt nur zustande, wenn die Mütter das Kind einfach
00:37:22: sehr viel mit sich tragen. Und das Kind weiß, die Mama ist immer da, das Kind braucht gar nicht
00:37:27: weinen. Ich habe nie in Afrika ein Kind weinen hören, das bei der Mutter war. Unglaublich.
00:37:32: Ja, faszinierend. Sehr faszinierend. Es ist so viel Weisheit in diesem Naturfall kann.
00:37:37: Also die Liebe der Mütter zu den Kindern, ganz was wichtiges. Aber der Papa ist auch,
00:37:42: und der Papa ist auch die Liebe. Elternliebe haben wir heute gehört. Damit schicken wir euch quasi
00:37:48: ganz viel akustische Liebe. Danke fürs Zuhören und ja, danke fürs Teilen und Bewerten.
00:37:55: Vielen Dank fürs Zuhören. Vielen Dank.
00:37:56: [Musik]
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