#41: Die ersten Gedanken – Entwicklung des Gehirns, der Netzwerke und des Denkens

Shownotes

Schon im Mutterleib entwickeln sich die ersten Netzwerke im Gehirn, die ersten Gedanken werden dann ein bisschen später gefasst. Schon bevor das Baby bewusst mit der Welt interagiert oder spricht, beginnt das Gehirn auf eine beeindruckende Weise zu arbeiten. Wie sich das kindliche Gehirn entwickelt und warum die frühen Entwicklungsphasen so entscheidend für das spätere Leben eines Menschen sind – darüber sprechen Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia und Moderatorin Katrin Wachauer.

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00:00:00: Gehirn einfacher Klärz. Der Podcast für alle mit Köpfchen.

00:00:05: Herzlich willkommen. Schön, dass ihr mit dabei seid. Mein Name ist Katrin Wachauer. Ich bin

00:00:10: Moderatorin und? Mein Name ist Manuela Matschudania und ich bin Nauerwissenschaftlerin.

00:00:15: Du bist die Innenseiterin, was die Nauerwissenschaften angeht. Ich bin die

00:00:18: Outseiterin und Manuela, wir schauen uns heute ein wirklich spannendes Thema an. Wir reden über

00:00:23: die allerersten Gedanken, die wir haben eigentlich. Ab wann beginnt ein Baby eigentlich zu denken?

00:00:30: Kann man das überhaupt sagen? Schwer, dass man für das Baby das Wort "denken" anwendet.

00:00:37: Sagen wir so, bevor man denkt, muss man lernen, was man denkt. Und das beginnt im Mutterleib.

00:00:47: Es beginnt in dem zum Beispiel, dass ein Kind akustische Informationen aus der Außenwelt hört,

00:00:54: weil das Kind hört auch schon im Mutterleib und das Gehirn baut für diese Information Netzwerke

00:01:03: auf. Also für die Stimme der Mama zum Beispiel gibt es eigene Netzwerke oberhalb des Ores,

00:01:10: das ist der Auditorischer Cortex. Und das Kind hört die ganze Zeit Mama Stimme und das ist auch

00:01:16: zum Beispiel der Grund, warum die Mama auch das Kind beruhigen kann, wenn es weint. Weil das Kind

00:01:23: diese Stimme gut kennt und weiß, also wenn diese Stimme zu hören ist, ist die Welt in Ordnung. Und

00:01:28: so beginnt sozusagen das Sammeln von Informationen, die dazu führt, dass wir dann, wenn wir geboren

00:01:37: sind, dass wir weiter lernen können und dass wir dann mit dem Gelernten anfangen zu denken.

00:01:45: Kann man eigentlich sagen, wahrscheinlich ganz eine schwierige Frage, kann man sagen,

00:01:49: welches das erste Netzwerk überhaupt ist?

00:01:52: Erste Netzwerke sind verschiedenste Art, weil wenn wir bedenken, dass das Kind schon einmal hört

00:01:59: und schmeckt, zum Beispiel ab den 15. Monat im Mutterleib beginnt das Kind Fruchtwasser zu schlucken.

00:02:07: Und die Aromastoffe, die im Fruchtwasser enthalten sind, abhängig davon, was die Mutter ist,

00:02:14: zum Beispiel im Mutter, sagen wir, es gibt nämlich Experimente, wo die Mutter gewisse Geschmackstoffe

00:02:24: eingeflüst bekommen, regelmäßig, zum Beispiel Karottensaft. Und wenn die Mutter Karottensaft

00:02:30: regelmäßig getrunken hat in der Schwangenschaft, hat das Kind kein Problem mit Karottenbrei.

00:02:35: Das heißt, das Kind lernt schon im Mutterleib Geschmäcke. Und es sind auch schon kleine Netzwerke,

00:02:43: die entstehen. Und das Kind schwimmt auch, die ganze Zeit bewegt sich, boxt, die letzten Wochen wissen,

00:02:51: die Schwangeren, also was sie da auszuhalten haben. Und das sind auch kleine motorische

00:02:56: Programme, die schon entstehen. Also das heißt, vor der Geburt hat das Kind schon eine ganze Menge

00:03:03: gelernt. Wenn es dann auf die Welt kommt, werden diese Programme ausgeweitet, ausgebaut,

00:03:09: ergänzt und so weiter. Aber bedeuten Netzwerke gleich denken. Also sind das schon die ersten

00:03:15: Gedanken, ist das so? Eben noch nicht. Also wir müssen uns vielleicht die Entwicklung eines

00:03:25: kleines Kindes einfach aufgrund unserer Erfahrungen vorstellen. Das Kind kommt auf die Welt und

00:03:31: schrampelt und weint, wenn es Hunger hat oder wenn es ihm etwas unangenehm empfindet und beginnt mal

00:03:43: diese evolutionären Reize zu setzen. Und dann erfährt das Kind die Reaktion seiner Bezugspersonen.

00:03:54: Also wenn es weint, dass jemand es aufnimmt und füttert und Windel wechselt und so weiter.

00:04:01: Das Kind empfindet zuerst mal unangenehme Umstände und dann durch die Interaktion werden diese

00:04:14: unangenehme Dinge dann angenehm. Das Kind lernt schon zu unterscheiden zwischen diese zwei groben

00:04:20: Wahrnehmungen. Und dann beginnt die Bezugsperson mit dem Kind alles Mögliche zu erkunden. Man zeigt

00:04:31: auch einem kleinen Kind ein Spielzeug. Man macht irgendeinen Lärm dazu oder man zeigt auf den

00:04:39: Hund und man sagt das Wort Hund und das lernt die ganze Zeit und sammelt Information zu Gegenständen

00:04:49: auch. Gegenstände zu allem was seine Umgebung ist. So dass das Kind auch weiß was die Dinge sind,

00:04:58: wozu sie dienen. Weil irgendwann beginnt auch das Kind in den Mund zu stecken, fallen zu lassen etc.

00:05:04: Wörter zu lernen und irgendwann mal kommen die Gedanken, dass das Kind nicht nur etwas tut,

00:05:10: nicht nur greift, sondern das Kind will greifen und weiß was es zu tun ist. Und wenn man ihm den

00:05:19: Gegenstand weg nimmt, dann protestiert das Kind, weil sein Gedanke war seine Absicht war zu greifen

00:05:25: oder etwas fallen zu lassen oder etwas in den Mund zu stecken. Und so pöa pö bildet sich das. Ja,

00:05:32: deswegen auch wenn du sagst die Kinder wollen greifen, die Kinder wollen hin zum Hund oder

00:05:37: zur Rassel. Deswegen ist auch diese Motorik das Bewegen eigentlich auch so wichtig oder,

00:05:41: dass die Kinder diese Umwelt erkunden können. Richtig, die Motorik ist ja wahrscheinlich,

00:05:47: man kann nicht sagen das Wichtigste, weil alles ist gleich wichtig, aber die Motorik ermöglicht

00:05:55: dem Kind Erfahrungen zu sammeln. Denn wenn wir ein Wort, wir stellen uns einfach ein Wort vor,

00:06:03: das Wort heiß. Eltern sagen greift nicht hin, weil es heiß ist heiß. Und was macht das Kind?

00:06:10: Greift hin, muss die eigenen Erfahrungen machen. Richtig, das Kind weiß gar nicht, was heiß heißt.

00:06:16: Heiß ist eine leere Hülle, aber ist nicht gefüllt mit einer Wahrnehmung. Diese leere

00:06:24: Hülle gehört gefüllt und deswegen muss das Kind die Erfahrung sammeln, damit es weiß,

00:06:29: was diese Folge von lauten überhaupt bedeutet. Und das ist eben diese, sagen wir so, die Erfahrung

00:06:40: über die Motorik ist das, was Kinder nutzen können, um ihre Realität überhaupt aufzubauen,

00:06:48: um auch Wörter zu lernen. Oder es ist auch so Achtungstufe oder, aber das Kind kann das noch

00:06:54: nicht einschätzen, was da passiert, wenn es jetzt über die Stufen drüber fällt. Ist es irgendwie

00:06:58: auch jetzt in die Richtung? Alles, alles was die Eltern dem Kind vermitteln wird wahrgenommen.

00:07:05: Und wenn es heißt greift nicht hin, weil es heiß ist, solange das Kind diese Erfahrung nicht

00:07:11: gemacht hat, die diese Warthülle fühlt, wird das Kind nicht mehr versuchen hinzugreifen,

00:07:17: um zu wissen worum es geht. Aber es geht ja bis ins hohe Erwachsenenalter eigentlich hinein,

00:07:22: oder dass man selbstständige Erfahrungen machen muss, um zu wissen, was damit gemeint ist. Nicht

00:07:28: dieser Mann zum Beispiel. Trotzdem magst du diese Erfahrungen mit dem. Egal was wir lernen, ist

00:07:38: alles erfahrungsbasiert. Mein Guru in der Neurolinguistik ist ein Wissenschaftler, ein

00:07:46: Deutscher Wissenschaftler, der jetzt in Berlin ist. Ich habe ihn aber kennengelernt, wir noch in

00:07:50: Cambridge, und damals wollte ich bei ihm ein Postdoc machen, also die Zeit nach dem Doktorat. Er heißt

00:07:57: Friedemann Pulvermüller. Und seine Theorie ist die, dass Wörter erfahrungsbasierte Netzwerke sind,

00:08:08: die man im Gehirn baut, die sich im Gehirn bilden, aufgrund eben der Erfahrung. Und in einigen seiner

00:08:17: Publikationen ist zum Beispiel das Wort "Hi" ein Beispiel, wird angeführt. Und er sagt,

00:08:23: das Wort "Hi" für uns Mittel-Europäer bedeutet also ein Bild, womöglich haben wir den weißen

00:08:33: "Hi" gesehen, also den Film, also haben wir auch eine Emotion dazu entwickelt. Aber es ist ganz

00:08:39: ein anderes Netzwerk in unserem Gehirn, als zum Beispiel bei einem australischen Surfer,

00:08:45: der regelmäßig hei ersichtet, der womöglich schon neben dem "Hi" gesurft ist oder mit dem

00:08:51: "Hi" gekämpft hat. Also er hat völlig anderes, also völlig anderes ist übertrieben, aber ein viel,

00:08:57: viel größeres Netzwerk aufgebaut für das Wort "HiFish". Und jede Erfahrung, also unsere Welt

00:09:05: bedeutet, also wir lernen unsere Welt kennen, egal in welchem Alter, immer über Erfahrung.

00:09:11: Bist du schon mal mit Hein geschwommen, Manuela? Nein, und das werde ich auch noch machen. Vor vielen,

00:09:22: vielen Jahren auf dem Malediven. Und es hat geheißen in der Lagune schwimmen so kleine Heier, die aber

00:09:29: komplett harmlos sind. Aber ich bin nicht mal in die Lagune gegangen. Ich bin dort hingegangen,

00:09:36: wo das Wasser bis zum Knie gereicht hat, weil ich wissen, allein dass sich das Wasser ein bisschen

00:09:42: mehr bewegt hat, hat mich dazu, hat mich zurück zum Strand gejagt. Aber das heißt, wenn du da über

00:09:51: die Netzwerke sprichst und dass wir ja aufgrund von unserer Erfahrungen lernen, bei jedem schauen

00:09:58: dann die Netzwerke anders aus. Mein Eispunstlauf Netzwerk schaut anders aus als deines zum Beispiel,

00:10:02: der neurowissenschaftliches Netzwerk schaut anders aus als meines. Und das heißt, es baut sich auch

00:10:07: bei Kindern eigentlich unterschiedlich schnell auf die verschiedensten Netzwerke. Ja, natürlich.

00:10:13: Und das aber abhängig von der Erfahrung. Du hast zum Beispiel das Eis laufen als Kind gelernt. Und

00:10:22: wenn man im Kindesalter lernt, bauen sich diese Netzwerke sehr, sehr schnell auf. Man braucht nur

00:10:31: zu vergleichen diese Wunderkinder, also diese Pianisten, Pianisten Kinder, also die Klavierspielen,

00:10:41: die drei sind, die nicht mal zu den Pedalen greifen können, aber sie spielen traumhaft. Wie viele

00:10:48: Stunden haben diese Kinder geübt, um so zu spielen? Und wenn ein Erwachsener, sagen wir so,

00:10:55: der mit 20 Jahren anfängt, Klavier zu lernen, wenn ihr gleiche Anzahl von Stunden steckt, in das

00:11:02: Lernen steckt, erreicht dabei weit diese Ergebnisse. Kann ich vom Eislauf nur bestätigen. Ich

00:11:10: als Kind angefangen, 22 Jahre nicht am Eis, tut mir jetzt viel einfacher auch bei diesen Bewegungen,

00:11:15: du hast auch gesagt, das sind extrem starke Netzwerke, die sich auch wirklich nur schwer

00:11:20: abbauen und habe Kolleginnen in meinem Eiskunst-Synchronteam, im System, die erst vor wenigen

00:11:29: Jahren wirklich erst mit dem Eislaufen angefangen haben und teilweise kämpfen mit Bewegungen und

00:11:34: auch mit diesem Gefühl für das Eis. Ja, definitiv. Zumal man auch sagen muss, es ist nicht nur eine

00:11:43: Sache der Netzwerke, die sich im Kindesalter viel besser aufbauen, sondern es ist auch eine Sache

00:11:49: der Reifung des Gehirns. Wir haben im Inneren des Gehirns die Aktionen, die Aktionen sind die Sprachrohre

00:12:00: der Gehirnzellen und die bündeln sich und die reisen von A nach F und von F nach R und so weiter.

00:12:08: Und die sind so, man könnte fast sagen, wie Autobahnen der Informationsübertragung. Und

00:12:17: diese Autobahnen baut man im Kindesalter auf, zum Beispiel Motorik und Sprache, also die,

00:12:26: sagen wir so, die beste Zeit, um sie aufzubauen, ist bis zum fünften Lebensjahr, bis zum fünften

00:12:35: Lebensjahr Betonung, weil danach ist die Qualität dieser Verbindungen nicht mehr so gut wie eben

00:12:44: in den ersten fünf Lebensjahren. Ja, Wahnsinn. Und das ist der Grund, warum man auch Kindern

00:12:50: möglichst viel in diesen Jahren machen lassen sollte, zum Beispiel auch sportmäßig, auch unsere

00:12:59: ganzen Star-Athleten, also die Skifahrer, ja Skifahrer sind sehr komplexes, sind sehr komplexe

00:13:06: Bewegungsabfolgen. Und wann haben die die großen Stars begonnen, weißt du das? Marcel Hirsch zum

00:13:14: Ja, mit drei, keine Ahnung.

00:13:16: und ich bin hier noch unverhohert, der ist ja nun ja noch ganz normal

00:13:19: Mit drei. Also mit drei und das sehr intensiv. Und dass selber gilt auch für Hermann Meyer. Das sind

00:13:26: Kinder, die im Skigebiet aufgewachsen sind. Man hat ihnen die Skier mit drei Jahren zur Verfügung

00:13:32: gestellt und dann sind sie immer irgendwo auf einen Hank gegangen und sind runtergerutscht,

00:13:38: so wie sie konnten und wollten, natürlich ohne Ängste und ohne alles. Und das führt dazu,

00:13:44: dass dann diese motorischen Programme schon so gefestigt sind, dass man sie A) nicht mehr

00:13:50: verlernt und B) dass man dann echte professionelle Leistung drauf aufbauen kann. Ich war ein Wochenende

00:14:00: ja in Budapest, beim Budapest Cup, Eiskunst-Synchron-Lauf, ein Wettkampfturnier und da waren auch die Kinder,

00:14:07: also eine Jugendklasse, Kinderklasse und da waren wirklich welche somit. Ich glaube, die waren nicht

00:14:13: älter als fünf auf dem Eis und zaubern da eine Kühe hin, unfassbar. Was ist eine Kühe? Ja, ein

00:14:20: Tanz auf dem Eis. Also du führst eine Kühe auf vor der Chirée. Ein Tanz quasi so drei Minuten,

00:14:28: dreieinhalb Minuten. Ja, jetzt vom Eis laufen, vom Sporteln, zurück zum Denken und zu den Kindern.

00:14:37: Und wir haben ja über die Motore gesprochen, das wichtig ist, damit Kinder quasi ihre Umwelt

00:14:42: erkunden können. Aber die Bewegung beginnt ja eigentlich schon viel früher, oder? Die Kinder

00:14:50: bewegen sich ja schon im Mutterleib auch. Ja, sicher, haben wir gesagt. Aber ist das unbewusst

00:14:55: alles? Das sind natürlich unbewusste Bewegungen. Das sind so Reaktionen, die die Nerven aufbauen

00:15:05: und die müssen dann ausgeführt werden und das ist aber nichts Bewusstes. Aber wenn das

00:15:11: Kind eine Zitrone in die Hand nimmt und sie fangen leistet und sie zum Mund oder zur Nase führt,

00:15:16: das ist schon ein bewusst ausgeführtes motorisches Programm, um mit diesem Gegenstand zu interagieren,

00:15:24: um den Geruch gennend zu lernen, den Geschmack, die Kraft, die man braucht, um es aufzuheben,

00:15:31: etc. etc. Und das ist alles geplant von der Evolution, dass wir diese Interaktionen suchen

00:15:37: und wollen. Und jede Mutter weiß, das Kind muss irgendwann einmal alle Küchenkästchen

00:15:44: ausräumen, weil es neugierig ist, weil sie wissen will, was drinnen ist und vielleicht

00:15:49: will es mit den Töpfen spielen und so weiter, ja, zur großen Freude der Eltern, die dann

00:15:55: wieder alles einräumen. Aber wenn man sie, wenn man sie ihm verbietet, protestiert das

00:15:59: Kind, weil das einfach jetzt ein Programm ist und das Kind will es auch. Weil das Kind

00:16:05: will auch zu allen Gegenständen einen Namen haben. Das Kind will es benennen. Weil zuerst

00:16:11: ist Interaktion eine sensorische, motorische Art und dann entfernt man sich davon mit einem

00:16:19: Wort. Das heißt also, wenn man einem Kind etwas will, zeigt es ihn, zeigt ihn zum Ball, sagen

00:16:28: es so. Und man reicht dem Kind den Ball. In dem Moment, wo das Kind weiß, wie der Ball

00:16:38: heißt, wird das Kind Ball sagen. Und irgendwann mal kann das Kind auch einen Satz sagen, ich

00:16:45: will den Ball oder gebe mir den Ball oder ich gebe dir den Ball. Und dann wird es immer

00:16:51: abstrakter sozusagen. Man baut zuerst von der Realität, zuerst beschäftigt sich das

00:16:58: Kind mit der Realität. Und dann werden die Begriffe und die Gedanken auch abstrakter mit der Zeit.

00:17:03: In dem Moment, wo auch dann die Sprache gelernt wird und das Kind erkennt die Beziehungen

00:17:08: der Gegenstände zueinander oder der Personen, die mit den Gegenständen interagieren. Und

00:17:16: das passiert dann eben über die Sprachbeherrschung, über die Grammatik. Dann wird eben dieses

00:17:24: Sensomotorische interagieren immer abstrakter und wird auch abgelegt irgendwann mal. Und

00:17:33: dann hat das Kind, also beginnt das Kind auch richtig zu denken.

00:17:37: Gibt es da auch schon bei den Kindern, bei den Babys schon Experimente dazu, wie die

00:17:44: denken und ob die Begriffe, ob die Gegenstände erkennen, Kategorien erkennen?

00:17:51: Ja, es gibt einiges an Experimente, die zum Beispiel Babys mit 10 bis 15 Monaten untersucht

00:18:03: haben, um zu wissen, ob sie Gegenstände kennen. Weil also mit 10 Monaten, ein Kind mit 10

00:18:12: Monaten kann noch nicht sprechen, die meisten sprechen noch nicht. Und mein ehemaliger Bürokollege,

00:18:21: ganz liebe Grüße an dieser Stelle.

00:18:25: Wann habe ich das Büro mit ihm geteilt? Warte, im Jahr 2008, also ich darf schon ein bisschen

00:18:34: vergesslich werden. Wo haben Sie das Büro geteilt? Leipzig am Max-Blanke-Institut.

00:18:39: Der war Spezialist für Lernprozesse bei Kindern und damals wollte er eben sehen, ob Kinder

00:18:51: Gegenstände an ihrer Bezeichnung erkennen. Und er hat Experimente mit Elektroencephalografie

00:18:59: gemacht und hat Kindern zuerst mal am Schoß der Mutter Gegenstände an einem Computer

00:19:07: gezeigt und das Wort dazu gespielt. Und das Kind war verkabelt. Also das Kind hat Wörter

00:19:18: gehört und Gegenstände gesehen. Gegenstände einfach auf Fotos, auf genaue Befehlungen.

00:19:27: Fotos und dann wurde auch eine Audiospur vorgespielt und das Kind konnte dann eben diese Verbindung

00:19:38: erkennen und irgendwann mal wurde dann der Ton, passte der Ton nicht mehr zum Bild. Das

00:19:50: heißt also man hat dem Kind zuerst einen Ball gezeigt und das Kind hat Ball gehört, eine

00:19:54: Ente gehört, Milchflasche gesehen und dann hat man die Gegenstände nicht mehr passend

00:20:06: zum Wort gezeigt. Das Kind zeigte Gehirnströme, die auf diesen Widerspruch deuten und so

00:20:14: konnte man erkennen, dass das Kind sehr wohl die Wörter zu den Gegenständen weiß, obwohl

00:20:19: das Kind noch nicht sprechen kann. Und manchmal sagen die Eltern, er versteht schon alles.

00:20:26: Das Kind tut es noch nicht. Wenn man dem Kind sagt, bringt mir das, das Kind geht hin und

00:20:34: bringt es, aber sprechen tut es noch nicht. Oder krabbelt, krabbelt. Manche gehen schon,

00:20:43: aber sie sprechen noch nicht. Also sie sprechen nur einige wenige Wörter und dann beginnen

00:20:48: sie irgendwann. Normalerweise auch die Realität zu bezeichnen, die sie kennen. Und damals

00:20:53: hat der Eugenio, also mein Kollege, festgestellt, also in dem Alter konnten die Kinder so um

00:21:01: die 15 Begriffe erkennen. 15 Begriffe, wahrscheinlich können sie mehr, nur hat, jedes Kind hat

00:21:08: eine andere Umgebung. Also nicht jedes Kind hat ein Hund, aber es kann sein, dass das

00:21:14: Kind ein Vogel hat in einem Käfig. Also das Kind wird wahrscheinlich auch das Wort oder

00:21:19: Namen vom Vogel kennen etc. Aber auf jeden Fall hat er das festgestellt. Also diese 15

00:21:26: Wörter von Gegenständen, die mit denen das Kind im Alltag zu tun hat.

00:21:31: Ja und das ist wahrscheinlich auch wichtig, die Gegenstände zu erkennen, zu wissen von

00:21:36: was gesprochen wird, um die Sprache zu lernen, um auch diese Wörter dann aussprechen zu

00:21:41: können oder? Richtig, es beginnt immer mit einer Wahrnehmung, also mit dem Hören vom

00:21:46: Wort und dann irgendwann mal, das ist nämlich so evolutionär bedingt, versucht das Kind,

00:21:53: das Wort nachzusprechen, also man würde sagen nachzuplappern. Aber das Kind ist noch nicht

00:21:59: so weit, weil die ganzen Sprachorgane noch trainiert gehören. Das Kind kommt auf die

00:22:05: Welt und kann jede Sprache lernen und fokussiert dann sein Können auf die Sprache, die es

00:22:11: jeden Tag hört. Also wenn es Deutsch ist, dann lernt das Kind diese Laute perfekt nachzuarmen

00:22:19: und wenn es chinesisch ist, auch die Töne. Chinesisch ist eine Tonsprache, die man im

00:22:24: erwachsenen Alter fast nicht mehr lernen kann, aber ein Kind sehr wohl, weil das Kind einfach

00:22:30: ein sehr, sehr gutes Gehör hat und eben in der Kindheit bilden sich diese Netzwerke

00:22:37: besonders gut. Das ist einfach auch dieses Nachmachen, oder? So wie es die Mutter ausspricht,

00:22:43: den Wort und beobachtet die Lippen, den Mund, die Gästig der Mutter und das Kind macht

00:22:49: das dann einfach nach mit der Zeit. Richtig, ja, das Kind hat einfach den Drang nachzumachen.

00:22:54: Wir haben auch gewisse Neuronengruppen, die dazu da sind, dass wir imitieren und das

00:23:01: sind die Spiegelneurone, die sind Mechanismen des Lernens, die einfach da sind, die dazu

00:23:07: führen, dass wenn man etwas lernen will, dass man es von der Bezugsperson lernt, wo das

00:23:16: Kind oder wo wir das Gefühl haben, diese Person kann es gut. Und es gibt auch interessante

00:23:20: Experimente, wo sie gesehen haben, dass ein Kind von einem anderen Kind nicht wirklich

00:23:25: lernt. Auch wenn man diesen Eindruck vielleicht hat, aber das Kind lernt immer sozusagen vom

00:23:32: Alphatier im Rudel. Es kann schon sein, dass der ältere Bruder die Sprache besser kann

00:23:38: und dass der ältere Bruder dem Kind ein Input geben könnte. Aber wenn es ein Alphatier gibt

00:23:43: in der Gruppe, dann ist der Bruder, der größere Bruder vielleicht nicht das Alphatier, sondern

00:23:49: der Vater oder die Mutter. Interessant, weil man gemeint hätte, ein Kind lernt von allen

00:23:56: Ja, aber es wird natürlich lernt es vor allem, aber wenn eine Hierarchie da ist, lernt das

00:24:02: Kind immer vom Rudel anführen sozusagen. Das heißt, ein Tipp ist auf alle Fälle, dass

00:24:08: sich der Vater oder der Mutter, je nachdem wer quasi das Rudeltier ist in der Familie,

00:24:14: viel mit dem Kind auseinandersetzt, wenn es klein ist, gibt es sonst noch Tipps von dir

00:24:18: um diesen Rudelanführer? Ja, Rudelanführer. Gibt es sonst noch Tipps von dir, um das

00:24:24: kindliche Gehirn zu fördern? Tipps? Ich glaube, man braucht nur vielleicht

00:24:31: am eigenen Instinkt folgen. Wenn man Kinder hat, dass man ganz viel mit den Kindern

00:24:40: macht, kuschelt, lacht, spielt und dann ergibt sich das von selbst. Also da muss man da nicht

00:24:49: wirklich irgendwelchen Wissenschaftsregeln folgen. Mütter haben meistens eher ein Superinstinkt

00:24:55: und oft sind es eben in der Vergangenheit die Wissenschaftler gewesen, die sie eher

00:25:02: verunsichert haben. Die gesagt haben, das darfst du nicht und das andere auch nicht.

00:25:07: Zum Beispiel auch mit dem Schlafengehen, da hat es so Regeln gegeben, oder auch mit dem

00:25:15: Stillen oder wenn ein Kind weint, soll man schreien lassen und der Mutter bricht das

00:25:20: Herz, wenn das Kind schreit. Das sollt man nicht machen. Ich denke, wenn man sich vom

00:25:28: eigenen Instinkt führen lässt, ist wahrscheinlich die beste Methode dem Kind, was zu vermitteln.

00:25:34: Ja gut, das war es von Gehirn einfach erklärt. Die allerersten Gedanken quasi heute, das

00:25:40: Thema, was sind deine Gedanken jetzt zum Schluss der Folge?

00:25:44: Sagst du nicht, das sind deine?

00:25:46: Wir sind auch spannend, was die allerletzten Gedanken so generell sind, oder?

00:25:50: Von dem Tod meinst du?

00:25:52: Ja.

00:25:53: Ah, da gibt es auch einige Untersuchungen, also das mit diesen Nahtoderfahrungen.

00:25:58: Ja, da können wir Folgen darüber machen.

00:26:01: Ja, genau.

00:26:02: Also ich bin zufrieden, das sind meine Gedanken.

00:26:06: Gut.

00:26:07: Und meine Gedanken sind bitte Feedback, Sternebewertung, an die Sternebewertung denken, fünf Sterne

00:26:14: am besten und natürlich auch ans Weiterempfehlen denken, sehr gerne. Einfach auch teil auf

00:26:21: Instagram oder du machst das immer in WhatsApp zum Beispiel, um Gehirn einfach erklärt,

00:26:26: ein bisschen bekannter zu machen.

00:26:28: Ja, ich würde mich auch freuen, wenn ihr teilt und weiter empfiehlt.

00:26:31: Vielen Dank fürs Zuhören!

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