#58: Auf einer Wellenlänge: was im Gehirn passiert, wenn wir uns verstehen
Shownotes
Manche Menschen treffen wir und es passt sofort.
Gespräche fließen, wir fühlen uns verstanden, verbunden, irgendwie… auf einer Wellenlänge.
Aber was passiert da eigentlich im Gehirn?
Ist dieses Gefühl reine Intuition, Zufall – oder steckt dahinter ein messbarer neurobiologischer Prozess?
In dieser Folge von „Gehirn einfach erklärt“ schauen wir uns an, was es wirklich bedeutet, auf einer Wellenlänge zu sein.
Warum sich Gehirne synchronisieren können,
welche Rolle Spiegelneuronen, neuronale Resonanz und gemeinsame Aufmerksamkeit spielen
– und warum wir mit manchen Menschen sofort connecten, während es mit anderen einfach nie passt.
Eine Folge über Nähe, Verbindung, Chemie im Kopf und die spannende Frage:
Fühlen wir Gleichklang – oder denkt unser Gehirn ihn für uns?
Transkript anzeigen
00:00:01: Gehirn einfacher Klärz.
00:00:03: Der Podcast für alle mit Köpfchen.
00:00:05: Herzlich willkommen.
00:00:06: Schön, dass ihr mit dabei seid.
00:00:08: Mein Name ist Katrin Wachauer.
00:00:09: Ich bin Moderatorin, Podcasterin.
00:00:12: Mein Name ist Manuela Matschidani.
00:00:13: Ich bin Neuro-Wissenschaftlerin und auch Podcasterin.
00:00:16: Und wir sind beide Buchartwarinnen.
00:00:18: Ausschiefererinnen.
00:00:19: Ausschiefererinnen.
00:00:21: Thema Buch, kocht dich glug?
00:00:22: Ja.
00:00:23: Wie läuft's?
00:00:24: Ich glaube, ganz gut.
00:00:25: Also das Buch ist nach drei Wochen schon vergriffen gewesen.
00:00:30: Leider war es nicht beziehbar, weil... Weil der Verlag nicht geglaubt hat, dass es so schnell weggeht.
00:00:38: Jetzt hat es dann wieder in die zweite Auflage geschickt.
00:00:43: Aber die Druckerei hat einfach diese zwei Wochen gebraucht, zweieinhalb Wochen.
00:00:52: Aber es ist besser, dass die erste Auflage schon mal weg ist, weggekauft wurde, sehr schnell.
00:00:57: Das bedeutet, dass das Publikum gefallen dran findet.
00:01:01: Also ich freue mich sehr.
00:01:03: dass diese Art von Kochbuch angekommen ist.
00:01:07: Also weggegangen wie die warmen Semmeln?
00:01:10: Kann man sagen, ja.
00:01:11: Kann man sagen.
00:01:13: Also als Kochbuch wie die warmen Semmeln weggegangen,
00:01:15: ja.
00:01:16: Was schreibt es nächstes?
00:01:17: Das weiß ich nicht.
00:01:18: Jetzt muss ich mir mal erholen.
00:01:20: Okay, jetzt einmal Konzentration auf Skifahren.
00:01:23: Nein,
00:01:23: Konzentration auf die wissenschaftliche Arbeit.
00:01:28: Unauf Skifahren.
00:01:30: Ja, also im Wochenende.
00:01:32: Aber ich gehe jetzt, die letzte Zeit bin ich nur Skitouren gegangen, weil die Pisten einfach zu voll sind.
00:01:40: Ist so.
00:01:41: Weil es einfach so schön ist.
00:01:42: Wir machen auch eine Podcastfolge über Skifahren, natürlich schon gemacht, in Gehirn einfach erklärt.
00:01:48: Und wir haben letztes Mal darüber gesprochen, dass manche einfach auf einer Wellenlänge sind.
00:01:55: Richtig.
00:01:56: Freunde zum Beispiel.
00:01:58: Wenn jemand was schenkt, der andere dafür dankbar ist, dann hast du gesagt, synchronisieren sich unsere Zellen.
00:02:06: Magst du das noch einmal erklären?
00:02:08: Ja.
00:02:10: Also, das ist etwas relativ Neues.
00:02:14: Man hat diese Dinge jetzt die letzten Jahre so untersucht, dass man sie auch ein bisschen versteht.
00:02:20: Denn in einer Interaktion ist man früher davon ausgegangen, wenn ich dich verstehe und du mich verstehst, dass wir eine sehr gute Theory of Mind haben.
00:02:33: Also, Theory of Mind, haben wir schon, glaube ich, ein paar Mal im Podcast besprochen, ist die Fähigkeit zu wissen, wie der andere denkt.
00:02:41: weder andere
00:02:43: fühlt
00:02:44: und gekonnt mit dieser Person zu interagieren.
00:02:47: Wenn ich weiß, dass du so gerne Eis läufst und mir dieser Sport nichts zusagt, dann werde ich höchstwahrscheinlich nicht sagen, dass dieser Sport für mich ... Schrecklich ist.
00:03:05: Weil ich weiß, du hast das so gern.
00:03:09: Du betreibst das auf
00:03:11: professionellster Ebene.
00:03:14: Auf guter Anatörebene.
00:03:17: Du steckst viel Zeit in die Trainings.
00:03:19: Und ich möchte dir Deine Freude lassen, dass du es gerne machst.
00:03:24: und ich sage auch, ich freue mich, dass du mit deiner Gruppe den Preis gewonnen hast oder ihr gewonnen habt, die Meisterschaft etc.
00:03:36: Ich werde dir nicht ins Gesicht sagen, ich finde, Eiskunst laufen unmöglich.
00:03:41: Genau, damit würde ich dich wahrscheinlich kränken, verletzen und so weiter.
00:03:47: Und wenn ich eine gute Theorie of Mind habe, dann weiß ich, wie du tickst, wie du denkst und wie du fühlst und dementsprechend agier ich auch in der Kommunikation und umgekehrt genauso.
00:04:01: Und früher hat man gemeint, wenn sich zwei Personen verstehen, dass sie beide über diese Fähigkeit verfügen.
00:04:07: Empathisch
00:04:08: sind, oder?
00:04:08: Naja, Empathie ist wieder was anderes.
00:04:11: Empathie ist, dass ich dass ich auf der Gefühlsebene nachvollziehen kann, wie es der anderen Person auf der Gefühlsebene geht.
00:04:23: Theory of Mind und Empathie sind ein bisschen verschieden voneinander.
00:04:30: Und bis vor einigen wenigen Jahren hat man gemeint, es gibt nur Theory of Mind, wenn zwei Menschen ähnlich dicken.
00:04:37: Und jetzt gibt es eben diese neuen Methoden, die nennt man Hyperscanning.
00:04:45: Hyperscanning bestehen daraus, dass die Gehirnaktivität zweier Menschen gleichzeitig gemessen wird.
00:04:58: Und das kann natürlich auch über funktionelle Magnetresonanz, Tomografie sein.
00:05:05: Aber wir haben letztes Mal von diesem NIRS gesprochen, also Nahinfrarotspektroskopie.
00:05:12: Und funktionelle gibt es auch.
00:05:13: Das heißt, man beobachtet das Gehirn beim Denken, beim Lernen.
00:05:18: Genau.
00:05:19: Und man schaut, wie viel Sauerstoff drinnen ist.
00:05:20: Genau, und ganz genau.
00:05:23: Also man sieht die Lichtbrechung an der Oberfläche des Gehirns.
00:05:28: Also man schießt ein infrarotes Licht.
00:05:31: Hinein, über eine Optode nennt sich das.
00:05:35: Das sieht aus wie ein Dübel.
00:05:37: Es sind so Kappen, die man aufsetzt.
00:05:41: Die haben meistens zwei verschiedene Farben.
00:05:47: Eine emitierende Optode ist eine Optode, die das Licht hineinschickt.
00:05:55: Und die andere ist die Empfangende, weil das Licht bricht an der gehörigen Oberfläche, geht in einer U-Form hinein und kommt zurück an die Oberfläche, also praktisch heraus.
00:06:07: Und dieses Licht wird dann empfangen von der zweiten Obdode.
00:06:12: Das heißt also, die zweite ist die Empfangsstelle.
00:06:17: Das liegt, dass durch die Gehirnoberfläche durchgegangen ist und wieder herausgekommen ist.
00:06:23: Und abhängig von dem Sauerstoffgehalt, jener Region, die untersucht wird, können wir sagen, ob mehr oder weniger Arbeit in den Zellen stattfindet.
00:06:34: Das heißt, wir können Denkprozesse lokalisieren, denken lernen, etc.
00:06:41: durch diese Methode.
00:06:42: Und das können wir gleichzeitig machen bei zwei Menschen, die die gleiche Aufgabe haben oder die in einer Interaktion miteinander stehen.
00:06:49: Das nennt man Hyperscaining, also über einen einzigen Scan hinaus.
00:07:00: Genau.
00:07:00: Okay, und wenn man jetzt Menschen beobachtet bei einer gemeinsamen Interaktion, da zeigt sich dann, dass sie ihre Zellen synchronisieren.
00:07:11: Genau,
00:07:12: das haben wir letztes Mal gesagt, richtig.
00:07:14: Das nennt man interpersonelle, neuronale Synchronie.
00:07:21: Interpersonelle, neuronale.
00:07:22: Das heißt
00:07:22: zwischen zwei Menschen.
00:07:25: Neuronalesynchronie,
00:07:28: also INS in der Fachsprache.
00:07:30: Das ist die zeitliche Angleichung deiner Gehirnaktivität mit meiner oder umgekehrt.
00:07:38: Das heißt unsere Zellen ticken in der gleichen Frequenz zusammen gleichzeitig.
00:07:45: Also sie sind auf einer
00:07:48: Wellenlänge.
00:07:49: Und das ist nämlich Alltagssprache.
00:07:51: Aber das ist tatsächlich was im Gehirn passiert, vielleicht für die Hörerinnen und Hörer, die noch nicht vertraut sind mit diesen Methoden.
00:08:03: Also vielleicht fangen wir an damit, dass die Gehirnzellen nicht zufällig aktiv sind.
00:08:09: Also eine aktive Zelle, man sagt dazu, feuert.
00:08:14: Die feuert, wenn ein Impuls von der Außenwelt kommt und diese Reiz verarbeitet werden muss.
00:08:22: Und sie feuert aber auch in gewissen Mustern.
00:08:29: Sie feuert nicht auf Reizfeuern, sondern sie beginnt zu feuern.
00:08:35: Dann gibt es einen Höhepunkt, dann feuert sie weniger, da gibt es wieder einen Höhepunkt etc.
00:08:40: Das heißt also, die Zelle feuert in regelmäßigen, wellenförmigen Mustern.
00:08:50: Und das nennt man, das sind elektrische Schwingungen, die nennt man Oszillationen,
00:08:58: die Schwingungen,
00:08:58: genau.
00:09:00: Und jetzt wenn wir eine Aufgabe haben, in der wir miteinander interagieren und zum Beispiel auf einen Punkt kommen wollen oder wir besprechen ein Thema etc.
00:09:13: Müssten wir sozusagen miteinander die gleiche Information verarbeiten und in diesem Augenblick beginnen die Zellen sozusagen sich zu synchronisieren.
00:09:28: So spannend.
00:09:29: Ja,
00:09:29: ich finde es auch total interessant.
00:09:31: Das hat man früher auch nicht wirklich gewusst, dass so funktioniert.
00:09:34: Man hat die Oszillationen zwar gekannt, aber die einzelnen von der einzelnen Person.
00:09:39: Okay, er
00:09:40: hat nicht gewusst, dass sich die quasi synchronisieren können.
00:09:42: Genau.
00:09:43: Und wir haben vielleicht auch schon, ich kann mich nicht erinnern, haben wir schon gesprochen von den Frequenzen in der Elektroencephalographie.
00:09:55: Kann
00:09:55: sein.
00:09:56: Kann sein.
00:09:56: Soll ich die brüsen?
00:09:58: Ich weiß
00:09:58: es nicht mehr.
00:09:59: Aber kurze Frage.
00:10:01: Das wird ja nicht bei jeder Interaktion so sein.
00:10:04: Genau.
00:10:04: Genau.
00:10:05: Aber vielleicht für die Hörerinnen und Hörer tun wir aufrischen.
00:10:08: Ah,
00:10:09: okay, na bitte.
00:10:09: Ich weiß jetzt nicht.
00:10:10: Ja, ist okay.
00:10:12: Ja, weil das ist total interessant.
00:10:15: Also wir haben diese Gehirnwählern.
00:10:20: Und die haben gewisse Frequenzen, haben wir gesagt.
00:10:23: Also es heißt auch auf der gleichen Frequenz sein, also gleich ticken.
00:10:29: Also auch das mit dem Ticken hat ein Regelmäßigkeitsmuster.
00:10:33: Das ist zwar Alltagssprache, aber die widerspiegeln tatsächlich das, was die Zellen tun, die Gehirnzellen.
00:10:39: Also zum Beispiel fangen wir an mit dem Schlaf.
00:10:44: Der tiefe Schlaf hat auch... eine Frequenz.
00:10:51: Also wir schlafen, aber die Zellen arbeiten.
00:10:53: Und die arbeiten auf einer bestimmten Frequenz.
00:10:57: Das ist nämlich die sogenannte Delta-Frequenz.
00:11:00: Das ist Null, fünf, ca.
00:11:03: Herz, ca.
00:11:04: Wenn wir schlafen, Delta-Frequenz.
00:11:07: Wenn wir
00:11:08: zum Beispiel
00:11:09: lösen, das ist ja die Phase, wenn wir uns ins Bett legen und wir sind so ein bisschen so dahin, und wir warten, dass wir, genau, schlummerig, da sind wir in der Täterfrequenz.
00:11:22: Okay, Delta schlafen, Täter schlummern.
00:11:24: Genau, schlummern, aber auch zum Beispiel, wenn wir entspannt sind, wenn wir tief entspannt sind, zum Beispiel, genau.
00:11:34: Nein, nein, tief entspannt ist Delta.
00:11:37: Delta ist Schlaf.
00:11:38: Das weint Schmäh.
00:11:39: Also, wenn
00:11:40: ich in der Arbeit bin, Delta.
00:11:42: Also, in der Arbeit.
00:11:43: Ah, okay.
00:11:44: Gut.
00:11:47: Ich glaube, dir gelingt das nicht wirklich, weil du musst ja ganz wach sein mit all deinen Pulten, wo du da
00:11:54: die
00:11:54: ganzen Regler bedient und auf fünf Bildschirme hast.
00:11:59: Du kannst weniger schlafen.
00:12:01: Aber egal, guter Schmäh.
00:12:04: Dankeschön.
00:12:05: Okay,
00:12:05: wir haben Delta.
00:12:07: Wir haben TETA.
00:12:08: TETA, TETA, TETA.
00:12:09: Das sind zwischen vier und acht Herz.
00:12:11: Für diejenigen, die sich ein bisschen mit Herz auskennen.
00:12:16: Und dann haben wir diese Ruhe.
00:12:19: Die Ruhe, aber wir sind schon wach.
00:12:21: Zum Beispiel, wenn wir uns auf etwas vorbereiten, wenn wir in der Früh ein paar Gedanken im Kopf haben, wir werfen den Computer an.
00:12:33: Also diese Ruhe, aber mit Wahrheit, das ist Alpha.
00:12:38: Und dann, wenn wir aufmerksam sind und wir fokussieren auf eine Aufgabe.
00:12:43: Arbeiten
00:12:44: oder?
00:12:45: Ja, denken.
00:12:47: Also, sagen wir so, je nachdem, was man macht.
00:12:49: Aber natürlich, wir arbeiten am Bildschirm.
00:12:52: Dann ist es Beta, die Beta-Frequenz.
00:12:56: Und wenn wir dann so richtig Gas geben, sind wir auf Gamma.
00:13:00: Was heißt richtig Gas geben?
00:13:02: lernen, verarbeiten, wahrnehmen.
00:13:07: Wenn du mir zuhörst jetzt, da bist du auf Gamma.
00:13:11: Weil ich genau versuche zu verstehen, was du mir sagst.
00:13:14: Ganz
00:13:14: genau.
00:13:15: Ganz genau.
00:13:15: Das ist jetzt die anstrengendste Phase für dich in der Moderation.
00:13:19: Ja, du hast meine Frage gestellt.
00:13:20: Du hörst mir zu und du versuchst jetzt aus dem, was ich sage.
00:13:24: Und ich sage auch oft an Geschwürst von Dingen.
00:13:27: Du musst bei deiner Sache bleiben, damit ich nicht ganz ausreite und in ganz einem anderen Gefühl lande.
00:13:33: Jetzt ist bei dir diese Schwankst du sicher zwischen Beta und Gamma, weil du aufmerksam bist.
00:13:40: aber auch, die ich vorbereite, die nächste Interaktion zu gestalten, indem du wieder was einwirbst, mich was fragst, etc.
00:13:52: Also wir haben Delta, Teta, Alpha,
00:13:56: Beta und Gamma.
00:14:00: Genau, das sind so Frequenzen in der Schwingung, wie die Zellen sozusagen.
00:14:08: Ich habe das hin und wieder in der Vorlesung so erklärt, dass die Gehirnzellen, wenn sie etwas gemeinsam machen in diesen Netzwerken, habe ich immer so ein Bild entworfen, dass zwar nicht sehr orthodox ist, also so erklärt man die Dinge nicht wirklich in der neue Wissenschaft.
00:14:24: Aber damit die Studenten auch sich daran erinnern, wie Oszillationen sind, habe ich immer das Bild geschildert, dass die Zellen sich bei den Händchen halten und gemeinsam sozusagen sich synchronisieren in einer Art von Ballett.
00:14:42: Und abhängig davon, was sie machen müssen, ja, ob sie jetzt entspannt sind, ob sie wach sind, ob sie aufmerksam, ob sie lernen müssen, haben sie verschiedene Rhythmen im Ballett.
00:14:56: Und vermutlich können wir auch nicht dauernd im
00:14:59: Gammer rhythmus.
00:15:00: Ganz genau.
00:15:01: Ganz
00:15:01: genau.
00:15:01: Ganz
00:15:02: anstrengend.
00:15:02: Ganz
00:15:02: genau.
00:15:03: So ist es.
00:15:04: Und es ist davon auszugehen, dass wir permanent in diesen, zumindest in den ersten drei, also Gamma, Beta und Alpha, also bei der Arbeit, dass wir in diesen immer hin und her wechseln, weil es auch nicht Gut ist für die Zellen, dass sie auf die ganze Zeit noch auf Hochduren arbeiten.
00:15:27: Sie müssen auch zurück schalten.
00:15:28: Und wenn wir zum Beispiel eine kreative Aufgabe haben, da sind wir natürlich aufmerksam fokussiert etc.
00:15:37: Das heißt, wir sind auf Gama und Beta, aber dann... Wenn wir nicht sofort die Antwort bekommen, die wir suchen, die Lösung, sagen wir so, die Lösung, die wir suchen, dann kann es sein, also ich erlebe es bei mir, also wenn ich zum Beispiel ein Problem habe zu lösen, wie Daten aus einem Experiment interpretiert werden sollen und es leuchtet nicht gleich ein.
00:16:00: Also was ist jetzt im Gehirn passiert?
00:16:04: Dann kann es sein, dass ich ein Computer sitze und gar nichts tue, aber das kommt von selbst.
00:16:10: Das ist eine spontane Sache.
00:16:12: Und plötzlich eine Lösung habe, ohne das gewollt zu haben.
00:16:17: Das heißt, mein Gehirn ist auf Täter gegangen und sucht sich andere Wege, weil auf Täter wir kreativ sind.
00:16:25: Wir sind nicht mehr fokussiert.
00:16:26: Das heißt, das Gehirn grasst aus, sucht auch ohne genau zu wissen, wo es sucht, aber holt sich in der ganzen Umgebung vielleicht da und dort ein Stückchen Information, das es dann zusammen trägt.
00:16:45: und zur Lösung.
00:16:47: Ja, wir haben schon ein paar Mal darüber gesprochen, dass wir zum Beispiel beim Laufen, beim Sport, die besten Ideen haben,
00:16:53: dass wir da
00:16:54: kreativ werden.
00:16:55: Das heißt, wenn wir zum Beispiel langsam Joggen gehen, sind wir auch in dieser Täter-Phase, im Täter-Rhythmus.
00:17:01: Ja, dieser kreative Rhythmus, wir sprechen jetzt von Rhythmus, ja, kann sein.
00:17:07: Und deswegen macht es oft auch keinen Sinn, wenn man ein Problem hat zum Lösen, dass man sitzen bleibt und um jeden preist.
00:17:16: das Problem lösen muss, hier und jetzt.
00:17:20: Und wenn wir jetzt wieder zurückkommen zu dieser Interaktion auf einer Wellenlänge sein, das heißt, zwei Menschen sind dann in einem gemeinsamen Rhythmus.
00:17:31: Sie schwingen miteinander.
00:17:36: Zellen-Ensemble, also meine, ich stelle sie mir immer vor wie ein Ballett-Ensemble, die haben sich zu diesen Gedanken, wie soll man sagen, Gedankengruppen formiert, genau.
00:17:55: Und ich fange an mit dir zu sprechen und du kommst in diese gleiche Schwingung und dann verstehen wir uns.
00:18:04: Okay.
00:18:05: Das macht sich
00:18:05: da natürlich auch sympathisch.
00:18:07: Ganz genau.
00:18:08: Aber jetzt habe ich vorher schon gefragt, das wird ja nicht immer so sein, das wird ja nicht immer passieren.
00:18:13: Richtig.
00:18:13: Dass zwei Menschen die gleichen Schwingungen haben.
00:18:17: Richtig.
00:18:18: Was sind da so diese Grundvoraussetzungen, dass man sich mag?
00:18:22: Nein, man mag sich, wenn man gleich... schwingt.
00:18:26: Aber
00:18:27: man ist sich jetzt zum Beispiel sympathisch.
00:18:29: Wenn ich jetzt einen Interviewpartner, einen Interviewpartnerin empfange, wenn ich die sympathisch oder weniger sympathisch, wie komme ich in die gleichen Schwingungen wie er oder sie?
00:18:38: Naja, du findest womöglich diese Person sympathisch durch diese Interaktion.
00:18:45: Wenn du sie vorher siehst, kannst du vielleicht feststellen, die Person wirkt streng wirkt, nett wirkt oder ist schön oder sowas.
00:18:55: Das ist eine optische Wahrnehmung, die du hast.
00:18:59: Aber wenn du sagst, diese Person ist sehr sympathisch, leitest du dein Urteil von der Interaktion ab.
00:19:09: Du hast dich so unterhalten können in deinem Interview, dass du vielleicht einmal gelacht hast, sie hat gelacht, du hast deine Frage gestellt und die Person hat gut geantwortet.
00:19:21: Und dann sagst du, ja, das war ein schönes Interview, also sehr sympathische Person.
00:19:26: Aber das ist nur möglich gewesen, weil du diese Person auf einmal gleich oszilliert habt.
00:19:34: Und du wirst fragen, ja, und woher weiß man das?
00:19:41: Ja, das weiß man eben seit kurzem, seitdem man diese Hyperscaining-Experimente macht.
00:19:45: Wie heißt man Hyperscaining, was sie machen, um herauszufinden, ob wir auf einer Welle länger sind.
00:19:52: Es gibt Experimente, wo Paare miteinander kommunizieren.
00:20:04: Also die Aufgabe ist die, dass sie sich nur anschauen oder dass sie miteinander sprechen oder sich Gästen machen.
00:20:12: Und gleichzeitig wird auch zum Beispiel Augenkontakt untersucht mit Eye Tracking.
00:20:19: Und das Ganze wird auch dann mit KI und Videoanalyse untersucht.
00:20:24: Blickkontakt, Körperbewegungen, Lächeln werden erfasst.
00:20:30: Und das Ganze hat das Ziel zu verstehen, ob eben diese Oszillationen spontan sind oder nicht.
00:20:40: Und man hat festgestellt, dass sie einfach so aus dieser zwischenmenschlichen Interaktion entstehen.
00:20:49: Aber man weiß nicht, warum ich mit dir vielleicht gemeinsam dicke oder wir gleich dicken und ich mit dem anderen nicht.
00:20:57: Also das weiß man noch nicht.
00:21:00: Ja,
00:21:00: ist total interessant.
00:21:02: Alles kann man noch
00:21:03: nicht wissen.
00:21:04: Man kann zum Glück noch nicht alles wissen.
00:21:08: Und es ist zum Glück.
00:21:08: Ich
00:21:09: wüsste schon gern.
00:21:10: Müssen Sie nicht gern alles wissen?
00:21:12: Nein.
00:21:13: Es ist auch schön, wenn man manchmal ein Thema im Kopf hat, mit dem sich jahrelang beschäftigt.
00:21:20: Ich habe zum Beispiel ein paar solche Forschungsthemen im Kopf.
00:21:24: Die begleiten mich jetzt schon seitdem ich studiert habe und es gibt immer noch keine Antworten.
00:21:28: Und an diesen Themen arbeite ich gerade und ich werde auch die nächsten paar Jahre daran arbeiten, weil es noch keine echte Antwort dazu gibt.
00:21:38: Es gibt das Phänomen, das man beobachtet, aber nicht die Antwort.
00:21:41: Warum ist es so?
00:21:43: Und ich finde es ganz spannend, dass man immer irgendwo eine Oase hat, wo fünf ungelöste Probleme sind, so der man immer wieder so vielleicht unter der Autofahrt, so da rudert man hin mit dem kleinen Bötchen, setzt sich unter die Palme und überlegt, wieso wird das so sein?
00:22:02: Und früher spät fällt einen Kokosnuss auf den Kopf, wenn man dort sitzt und dann hat man die Antwort.
00:22:10: Scherz.
00:22:10: Also du wartest noch auf die Kokosnuss?
00:22:12: Ja, genau.
00:22:13: Nein, aber ich habe schon im Laufe der Zeit ein paar Denkansätze entwickelt.
00:22:23: Ich habe es gerne, wenn nicht alles erklärt ist, aber vielleicht gibt es noch etwas, was unsere Hörerinnen und Hörer interessiert.
00:22:29: Ich wollte sagen, das kann ja auch ihr sich nicht deprimieren sein, kann ich mir vorstellen, wenn man oft so ein bisschen in einem Loch quasi sitzt und nicht weiter kommt bei der Forschung.
00:22:38: Ja, es kann frustrierend sein schon.
00:22:44: Jetzt hast du gesagt, manche koppeln miteinander, manche nicht.
00:22:49: Man weiß nicht, warum.
00:22:51: Aber generell ist das ein sehr positiver Effekt, weil wenn wir zum Beispiel auf der gleichen Wellenlänge sind, ist das für das Vertrauen zum Beispiel sehr gut.
00:23:01: Zum Beispiel, wenn meine Chefin gleich tickt wie ich.
00:23:05: Ist das gut für die Führung zum Beispiel?
00:23:08: Richtig.
00:23:09: In welchen Bereichen kann man das sonst nutzen?
00:23:11: Naja, was heißt nutzen?
00:23:16: Es ergibt sich oder es ergibt sich nicht?
00:23:19: Ja, es ist zum Beispiel meinem Eiskunst-Lauf-Synchron-Team.
00:23:24: Wäre das natürlich von Vorteil.
00:23:26: Auf jeden Fall.
00:23:26: Aber ihr seid sicher, wenn ihr gleichzeitig unterwegs seid, oscilliert ihr ganz sicher alle gleich.
00:23:33: Glaubst du?
00:23:34: Ich glaube schon.
00:23:35: Okay.
00:23:36: Spannend?
00:23:37: Ja.
00:23:38: Es gibt Experimente, die gezeigt haben.
00:23:40: Also es waren so Triaden, sagt man dazu.
00:23:43: Also eine Person, also die drei sind zusammengekommen und haben ein Problem zum Lösen gehabt.
00:23:53: Und durch die Und alle, und sie sind alle im Hyperscannen gewesen.
00:23:58: Das heißt, man hat ihre Gehirnaktivität abgeleitet, gleichzeitig synchron.
00:24:04: Und es war ganz interessant, dass manche, also das bei Triaden, man gesehen hat, dass eine von den drei Personen immer die Führungsrolle nimmt, einnimmt.
00:24:18: Und zwar, das ist jene Person, die mit der sich die anderen sozusagen synchronisieren können.
00:24:26: Okay.
00:24:28: Hier gibt es quasi einen Lieder.
00:24:30: Der Lieder ist in der Lage, die anderen sozusagen in seinen Gleichklang zu bringen.
00:24:38: Also Lieder ist nicht unbedingt Chef.
00:24:43: Lieder
00:24:43: ist eine Person, die von den anderen als Lieder
00:24:48: akzeptiert
00:24:49: wird.
00:24:49: Genau, richtig.
00:24:57: Sie haben die Hypothese aufgestellt, dass Menschen, die sehr erfolgreich sind, diese Lieder-Eigenschaften haben, in der Lage sind, die anderen so synchronisieren zu lassen, dass sie sich Verstanden fühlen lassen.
00:25:13: Also praktisch, wenn ich jetzt der Firmenchefin wäre und ich habe meine fünfzehn Mitarbeiterinnen und ich kann ihnen vermitteln, worum es geht.
00:25:26: Wenn ich mit ihnen spreche, dass wir sozusagen gleich ticken, dann habe ich eine Crew, die mich unterstützt.
00:25:35: Und nicht eine Crew, die vielleicht sozusagen einer geht links und der andere geht rechts.
00:25:42: Und das ist eben eine Fähigkeit, die auch damit zusammenhängt.
00:25:47: Total spannend.
00:25:48: Und natürlich auch bei romantischen Paaren.
00:25:52: Ja, die dicken dann auch gleich.
00:25:53: Die dicken auch gleich.
00:25:56: Und das ist auch etwas, wenn man sich an die eigenen Interaktionen erinnert.
00:26:03: Man hat manchmal Menschen getroffen, wo es sofort Bank gemacht
00:26:09: hat.
00:26:10: Es heißt nicht, dass es für immer so ist, aber die Interaktion war so, dass man sich gedacht hat, wow.
00:26:18: Und andere hat man kennengelernt, die waren nett.
00:26:22: Das war nett,
00:26:24: nett sagt schon alles aus.
00:26:26: Genau, die waren nett.
00:26:29: Aber es hat nicht gereicht, obwohl sie vielleicht gut ausgesehen haben, bemüht waren, das Gespräch war angenehm und so.
00:26:36: Aber es hat an diesem mehr gefehlt.
00:26:41: Und dieses mehr ist eben, dass man, wenn man sich unterhält, dass man Freude an der Unterhaltung empfindet, dass man sich verstanden fühlt, dass man den anderen oder die andere versteht, dass man sozusagen sich so aufschaukelt, dass man sich dann denkt, wow, aber das ergibt sich nicht von selbst.
00:27:00: Deswegen ist auch nicht möglich, dass, wenn zwei Menschen beide gute Absichten haben, zusammenzukommen, Dass es auch stattfindet.
00:27:10: Ja, da muss so viel mitspielen.
00:27:12: Es spielt sehr viel mit.
00:27:14: Eben auch die interpersonelle neuronale Synchronee.
00:27:17: Genau, interpersonelle neuronale Synchronee.
00:27:21: Der Zusammenklang der beiden Gehirne.
00:27:25: Ja, quasi auf einer Wellenlänge sein.
00:27:28: Spannend
00:27:28: gibt noch viel zu erforschen in diesem Bereich.
00:27:32: Ja, bestimmt.
00:27:34: ist zwar nicht ganz mein Thema, aber ich finde es total spannend, ich finde es auch interessant, gibt es Studien, wo der Blickkontakt schon reicht, dafür, dass zwei Menschen anfangen, gleich zu ticken.
00:27:48: Wo kann ich mich da mehr informieren, wenn ich jetzt sage, ich will mehr wissen über die interpersonelle Neuronalysynchronie?
00:27:54: Ja, man kann immer in die Datenbanken der Wissenschaft gehen.
00:28:00: Zum Beispiel PubMed ist eine davon.
00:28:03: Also P-U-B-Publication.
00:28:05: Und Med steht für Medical Publication und man geht da rein und da gibt man ein paar ... Oder
00:28:11: gibt ein ...
00:28:14: Ja, genau.
00:28:14: Ja, ideal.
00:28:16: Ist besser.
00:28:17: Man gibt Interpersonal Neural Synchronicity.
00:28:21: Also
00:28:22: immer auf Englisch suchen?
00:28:25: Nur auf Englisch.
00:28:26: Und oft sind die Abkürzungen, weil man davon spricht, sprich man von INS, aber manchmal sind die Datenbanken bei den Abkürzungen so, dass sie jegliche solche Abkürzungen rausfischen und dann ist man mit Artikeln konfrontiert,
00:28:45: ins Grün.
00:28:47: Oder vielleicht auch andere Phänomene, die in einem völlig anderen Gebiet diese Abkürzung haben.
00:28:54: Also lieber ausschreiben, um auf Englisch suchen, um das
00:28:58: richtige
00:28:58: zu finden.
00:29:00: Ja, das war unsere Folge zum Thema auf einer Wellenlänge sein interpersonelle Neuronalesynchronie.
00:29:07: Sehr spannend.
00:29:09: Wir sagen vielen Dank auf alle Fälle fürs Zuhören.
00:29:12: Wir hoffen natürlich, wir sind auf einer Wellenlänge mit euch.
00:29:17: Ja, wir hoffen, wir bemühen uns.
00:29:20: Und jetzt haben wir auch erklärt, warum
00:29:24: viele
00:29:25: treue Follower da sind, die uns auch jetzt zwei Jahre schon begleiten.
00:29:31: Vielen Dank dafür an dieser Stelle.
00:29:32: Wir freuen
00:29:33: uns sehr.
00:29:36: Vielleicht haben Sie es auch verstanden, warum Sie mit gewissen Freunden besser können als mit anderen.
00:29:43: Dankeschön fürs Zuhören.
00:29:44: Vielen Dank.
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